Ein Gespenst geht um in der ganzen BRD – das Gespenst der Evaluation. Ob Hochschule, ob Kindergarten – Evaluationen und Rankings allerorten …allerorten? Nein! Von unbeugsamen Verteidigern des unmeßbaren pädagogischen Wirkens bevölkerte Gedenkstätten1 hören nicht auf, dem Eindringling Widerstand zu leisten, ob in offener Konferenzschlacht mit potentiellen Evaluatoren respektive deren Auftraggebern, ob im zähen Guerillakampf mit dem einzelnen Gedenkstättenbesucher – dem (nach Pampel2) »unbekannten Wesen«, welchem es lediglich mancherorten gilt, sichtbare Zeichen seiner Wertschätzung abzuringen – sei es qua Besucherbuch3, sei es qua Zählung der Zugriffe auf die gedenkstätteneigene Website4 oder beim Après-Talk mit den pädagogischen Leiterinnen und Leitern der jugendlichen Besuchergruppen.
So sprach Brumlik5 beispielsweise 2002 sogar von nur einer einzigen empirischen Studie zum Thema – und zwar: R. Barlog–Scholz, Historisches Wissen über die nationalsozialistischen Konzentrationslager bei deutschen Jugendlichen – Empirische Grundlagen einer Gedenkstättenpädagogik, Frankfurt am Main 1994, wobei anzumerken wäre, dass Barlog-Scholz sich auch nur am Rande ihrer Arbeit mit der ›Wirksamkeit‹ von Gedenkstättenbesuchen beschäftigt. Wie ist dies zu erklären? Es besteht natürlich die Möglichkeit, dass Brumlik sich einfach geirrt hat.
Insofern soll hier zunächst einmal untersucht werden, welche einschlägige Literatur überhaupt existiert und wie sich die Autoren dem Thema zu nähern suchen. Zum einen sind hier die Arbeiten zu nennen, die für gewöhnlich auf relativ kleiner Zahlenbasis Berichte über einzelne Bildungsmaßnahmen abliefern, die oft wenig systematisch sich am Sujet ›Erlebnisaufsatz‹ zu orientieren scheinen.
So präsentiert beispielsweise Nickolai6 unter der Überschrift »Wie kam ich nach Auschwitz« lediglich die aneinander gereihten Aussagen von 10 TeilnehmerInnen, die sich zum Teil über ihre Motive äußerten. Der Autor begnügt sich in einem anderen Aufsatz7 sogar nur mit der Schilderung von Einzelfällen. So stellte er beispielsweise den Werdegang eines Teilnehmers mit faschistischem Hintergrund nach dessen Entlassung aus dem Strafvollzug vor. Einen ähnlichen ›individualistischen‹ Ansatz verfolgt wohl auch B. Stollberg-Wolschendorf,8 so dass auch hier keine verallgemeinerungsfähigen Ergebnisse zu finden sind.
Dies gilt grundsätzlich auch für die Arbeiten von Lehmann und Kamprath,9 Metzke,10 Laengerer,11 Seubert12 sowie der Gruppe Dölker, Regnery und Krahulec.13 Diese Arbeiten sind nur begrenzt tauglich, wenn man eine Vorstellung darüber entwickeln will, wie Gedenkstättenbesuche typischerweise wirken.
Gleiches gilt für ›Erhebungen‹, die wohl primär erstellt worden sind, um den Ruf und das Ansehen der Institution zu heben bzw. zu festigen. Hierzu zählt u. a. die Auswertung der Eintragungen in die Besucherbücher von Bergen-Belsen, die zur Feststellung führte: »Das ganze Spektrum der Eintragungen kann zu dem Schluß führen, daß das Narrativ der Gedenkstätte die Besucher erreicht hat und ihre Einstellungen positiv beeinflussen konnte.«14 oder aber die Mitteilung persönlicher Eindrücke15 wie etwa: »man sieht ja, wie sich die Gruppe verhält. Man sieht, daß praktisch alle Ausbilder bzw. Lehrer mit ihren neuen Gruppen immer gerne wiederkommen und uns bestätigen, daß sie an diesem einen Tag – oder wenn es auch mehrere waren – unglaublich viel geschafft haben (…) Für den Erfolg unseres Konzeptes spricht auch, daß unser Terminkalender auf Monate ausgebucht ist und Anmeldungen bis weit über ein halbes Jahr im voraus bestehen.«16 Ähnlich wird auch hinsichtlich der Gedenkstätte Deutscher Widerstand ›argumentiert‹, wobei hier noch zusätzlich die Zugriffe auf die Website als ›Erfolgsindikatoren‹ dienten.17 Auch die Dachauer Untersuchung von 199918 und der Befragung von 2001 in Buchenwald19 ist eher als ein reine Besucherforschung zu charakterisieren.
Wie sieht es nun aber mit empirischen Studien ›im engeren Sinne‹ aus?
Blickt man zurück, so ist als eine der ältesten Quellen Polen zu nennen. Dort hatte man bereits in den 60er und 80er Jahren des vergangenen Jahrhunderts Schüler und Schülerinnen ins Visier der Forschung genommen. Mehrere Tausend von ihnen, die das Staatliche Museum Auschwitz besucht hatten, wurden befragt und als Resultat reduzierte man die extrem großen Gruppen, die z. T. per Megaphon geführt worden waren, auf 30 bis 35 TeilnehmerInnen. Das ›Besuchsalter‹ hob man an und die Dauer der Führung durch das Lager wurde auf zwei Stunden verkürzt, da die emotionale Belastung, die zu einer schnellen Ermüdung vieler TeilnehmerInnen geführt hatte, sich als zu hoch herausgestellt hatte.20
In dieser Tradition steht wohl auch die zwischen 1998 und 2000 durchgeführte Studie von M. Kucia,21 bei welcher allerdings ein Schwerpunkt bei der Beantwortung der Frage liegt, was polnische Schüler heute über Auschwitz wissen.
In der DDR wurden, obwohl der Stellenwert von Gedenkstättenbesuchen im Bereich der schulischen Bildung weitaus größer war als dies heute der Fall ist, bis 1989 keine empirischen Wirkungsanalysen von Gedenkstättenbesuchen vorgenommen und eine im Herbst 1989 vom Zentralinstitut für Jugendforschung durchgeführte recht interessante Befragung von 350 Buchenwald besuchenden Schüler und Schülerinnen der 8. Klasse aus Erfurt, Weimar und Leipzig22 weist insbesondere bei der Nachbefragung wohl einige zeitbedingte ›Verzerrungen‹ auf. Hinzu kommt, dass sie nicht mehr publiziert wurde.23
In der BRD sind erste Ansätze zu einer empirischen Forschung ebenfalls erst in der zweiten Hälfte der 80er Jahre zu finden. Bei einer von Gareis und von Vultejus durchgeführten Untersuchung24 ging es allerdings hauptsächlich um die emotionale Wirkung und das Bedürfnis der BesucherInnen »nach Gefühlsverarbeitung im Rahmen einer Gruppe« und als Ergebnis wurde – honni soit qui mal y pense – festgehalten, dass der Bau einer Internationalen Jugendbegegnungsstätte in Dachau die ideale Lösung dieses Problems darstellen würde. Zur ›allgemeinen‹ Wirkung von Gedenkstättenbesuchen stellten sie lediglich fest, dass diese sehr stark von den bereits vorhandenen Einstellungen der BesucherInnen beeinflußt zu sein scheint.25
Eine auf der Basis von nur 40 Interviews mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen erstellte Studie26 aus den 90er Jahren wertete die Interviews nach den Kriterien der qualitativen Inhaltsanalyse aus, wobei neben der begrenzten Basis als weitere Schwachstellen hinzukamen, dass die interviewten Schülerinnen und Schüler sich lediglich für zwei bis vier Stunden in einer Gedenkstätte aufgehalten hatten und der Ost-West-Vergleich, der damals allgemein en vogue war, die Befragung in einem größeren Maße prägte als die Frage nach der Wirkung des Besuchs.
Auch die Untersuchung des Autors dieses Artikels zum Thema27 krankt an einer relativ beschränkten Datenbasis und ist weit entfernt davon, Repräsentativität für sich beanspruchen zu können.
Bei den bislang durchgeführten Studien, die auf eine umfangreichere Datenbasis verweisen können, handelt es sich dann um Untersuchungen, die eher als klassische Besucherforschung charakterisiert werden können, bei welchen man viel über das Woher und Wohin des Besuchers und dessen Person und unter Umständen über dessen Eindrücke und Bewertungen in Bezug auf die Gestaltung der Gedenkstätte erfährt, aber relativ wenig über die Wirkung des Besuchs. Zu dieser Kategorie zählt etwa die Untersuchung von Müller28, bei welcher BesucherInnen der Gedenkstätte Sachsenhausen um die Angabe sowohl von ›harten‹ wie auch ›weiche Daten‹ u. a. zu deren Motivationen und Erwartungen gebeten worden waren, man sich allerdings nicht um die ›Wirkung‹ des Besuchs kümmerte. Ähnlich verhält es sich auch mit der 1999 durchgeführten Befragung von 1 551 BesucherInnen der Gedenkstätte Dachau durch das Sozialwissenschaftliche Institut München29 sowie mit der Befragung von 595 BesucherInnen von Buchenwald durch Rogoll und Paetrow im Jahre 2001.30
Jordan und Pressel hatten im Rahmen einer Befragung von BesucherInnen Breitenaus, an welcher 1995/96 360 SchülerInnen und 100 Erwachsene teilgenommen hatten, ihre ursprüngliche Absicht, der Frage nach der Wirkung des Besuchs nachzugehen, aufgegeben und sich bei ihren Fragen hauptsächlich auf den Aspekt der gewonnenen Eindrücke nebst einer Erhebung des Backgrounds der Befragten beschränkt.31 Einen ähnlichen Ansatz weist auch die Befragung von 73 SchülerInnen aus dem Raum Kassel im Jahre 2002 durch Jungbluth auf32 und Ahlheim/Heger haben sogar explizit darauf hin gewiesen, dass sie es vermieden hätten, unter denjenigen Studierenden, die bereits einen Gedenkstättenbesuch gemacht hatten, nach dem »Lernerfolg« zu forschen.33
Zieht man auf dieser Basis ein Resümee, so scheint Brumlik mit seiner Aussage absolut gesehen zwar nicht ganz richtig gelegen zu haben, wobei die Grundtendenz allerdings nicht zu bestreiten ist: es gibt bislang kaum empirische Studien über die Wirkung von Gedenkstättenbesuchen sowie über den Einfluß des historischen Wissens über Konzentrationslager und Verbrechen des Faschismus auf das politische Bewußtsein und Engagement34 – und dies trotz diverser Plädoyers und ›Pretests‹, die solchen (Forschungs-) Aktivitäten den Boden zu bereiten such(t)en.35 Eher fündig wird man hinsichtlich von Meinungs- bzw. Wissensbefragungen von Gedenkstättenbesuchern.36
Insofern darf festgestellt werden: Es bleibt viel zu tun – packen wir’s an!
Erfahrungsgemäß sind solche Appelle allein nicht sehr erfolgversprechend, insbesondere dann nicht, wenn der Appellierende nicht mittels ihm zur Verfügung stehenden Geldtöpfen die üblichen Pawlowschen Reaktionen auszulösen vermag.
Insofern soll wenigstens die Frage gestellt werden, warum bislang die Gedenkstätten, nachdem sie nach langen Jahren, ja Jahrzehnten in der BRD endlich eine grundsätzliche Akzeptanz sich hatten erkämpfen können, der ›Wirkungsforschung‹ so zögerlich gegenüber stehen. Eine These sei gewagt: Möglicherweise beschleicht manchen die Befürchtung, bei einer solchen Evaluation den hochgeschraubten Erwartungen an sich bei Gedenkstättenbesuchen automatisch einstellende kathartische Effekte nicht gerecht werden zu können, die – speziell von den hauptsächlichen Geldgebern, sprich den Vertretern der Politik – an Gedenkstätten herangetragen und dabei nicht selten in dieser Hinsicht durch Äußerungen in der einschlägigen Literatur37 tendenziell auch bestärkt werden und es insofern taktisch klüger wäre, auf Wirksamkeitsstudien lieber zu verzichten. Ob tatsächlich solche ›evaluationshemmenden‹ Befürchtungen im Schwange sind, dürfte sich allerdings kaum nachweisen lassen, nachweisen läßt sich dagegen problemlos, mit welchen Erwartungen Gedenkstätten sich konfrontiert sehen.
So wird etwa der ehemalige NRW-Ministerpräsidenten Clement von der Westdeutschen Allgemeine Zeitung v. 4. 9. 2000 mit der Äußerung »Jeder Jugendliche aus NRW sollte während seiner Schulzeit einmal Gelegenheit haben, Auschwitz oder eines der anderen Schandmäler zu sehen. Wer hier gewesen ist, wird nie wieder Fremdenhass empfinden oder Gewalt ausüben können.« zitiert.
Und Gedenkstättenbesuche als ›erzieherische Maßnahmen‹ werden nicht allein Menschen verordnet, die allein aufgrund ihres Alters den Rezeptgebern noch als formbar erscheinen, sondern man sieht sie anscheinend mitunter – vielleicht dem Konzept des Life-long-lerning‹ verpflichtet – als altersunabhängige ›Allzweckwaffe‹ an. Auf einer Konferenz zum Antisemitismus in den Räumen der Schleswig-Holsteinischen Landesvertretung in Berlin gab die ehemalige Justizsenatorin Peschel-Gutzeit Ende Januar 2004 jedenfalls ihrem Wunsch Ausdruck, dass jeder bundesdeutsche Richter und Staatsanwalt einmal Jad Vaschem besuche, damit er dadurch entsprechend sensibilisiert werden möge, wovon man sich offensichtlich ›bessere‹ Urteile versprach.38
Insofern bedarf es also, will man an der Ist-Situation etwas ändern, einer Doppelstrategie: Einerseits sollte man unrealistischen Erwartungshaltungen über den ›Wirkfaktor‹ eines Besuchs nicht nur ›im inneren Zirkel‹ zu widersprechen suchen,39 andererseits sollten die tastenden Ansätze zu quantitativ wie qualitativ anspruchsvolleren Studien ›auf breiter Front‹ gefördert werden,40 so dass mittelfristig die Perspektive von möglicherweise ›gemeinsamen‹ Standards und Untersuchungsstrategien nicht völlig ausgeschlossen ist.
1 Vgl. etwa Krause-Vilmar, der konstatiert, dass »einigen Gedenkstätten – so etwa derjenigen in Breitenau – (…) bildungstheoretische Motive, Überlegungen und Kategorien zugrunde [liegen], die sich einem klar strukturierten Lernvorgang entziehen. Sie sind mit den Begriffen Subjektivität und Nähe auf der einen, Autonomie und Infragestellung auf der anderen Seite zu bezeichnen.« D. Krause-Vilmar, Überlegungen zum Verständnis des Lehrens und Lernens in den Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus, in: Pädagogik der Erinnerung – Didaktische Aspekte der Gedenkstättenarbeit, hrsg. v. D. Kiesel/G. Kößler/W. Nickolai/M. Wittmeier, Frankfurt am Main 1997, S. 79, (81). – was einer wie auch immer gearteten ›Evaluation‹ natürlich ›erfolgreich‹ im Wege steht.
2 Vgl. B. Pampel: Der Gedenkstättenbesucher – das unbekannte Wesen. In: Zeitgeschichte regional – Mitteilungen aus Mecklenburg-Vorpommern 2001, Jg. 5, H. 1, S. 64 ff.
3 Vgl. etwa W. Wiedemann: Zur Bildungsarbeit der Gedenkstätte Bergen-Belsen. In: Zum Umgang mit historischen Stätten aus der Zeit des Nationalsozialismus – Orte des Erinnerns, des Gedenkens und der kulturellen Weiterbildung?, hrsg. v. B. Asmuss/H.-M. Hinz, o. O. (Berlin) 1999, S. 151, (155).
4 Vgl. bspw. J. Tuchel/U. Stiepani: Gedenkstätte Deutscher Widerstand, Berlin. In: Zum Umgang mit historischen Stätten aus der Zeit des Nationalsozialismus – Orte des Erinnerns, des Gedenkens und der kulturellen Weiterbildung?, hrsg. v. B. Asmuss/H.-M. Hinz, o. O. (Berlin) 1999, S. 208, (214 f.).
5 M. Brumlik, Gedenkstättenpädagogik mit rechten Jugendlichen: sozialpädagogisch überflüssig und bildungstheoretisch sinnlos. In: Grenzen der Gedenkstättenpädagogik mit rechten Jugendlichen, hrsg. v. W. Nickolai/H. Lehmann, Freiburg im Breisgau 2002, S. 100, (103).
6 W. Nickolai, Gedenkstättenpädagogik mit sozial benachteiligten Jugendliche, Freiburg 1996, S. 17 ff.
7 W. Nickolai, Gedenkstättenarbeit und Sozialpädagogik – Rechtfertigung und Kritik auch in subjektiver Absicht. In: Pädagogik der Erinnerung – Didaktische Aspekte der Gedenkstättenarbeit, hrsg. v. D. Kiesel/G. Kößler/W. Nickolai/M. Wittmeier, Frankfurt am Main 1997, S. 89, (108).
8 B. Stollberg-Wolschendorf, NS-Geschichte vor Ort erfahren – Praktikumsprojekte der Friedrich-von-Bodelschwingh-Schulen Bethel (Bielefeld/BRD) in der Gedenkstätte Majdanek. In: Bildungsarbeit und historisches Lernen in der Gedenkstätte Majdanek, hrsg. v. T. Kranz, Lublin 2000, S. 183 ff.
9 H. Lehmann/U. Kamprath, Gedenkstättenarbeit mit sozial benachteiligten Jugendlichen. In: Gedenkstättenpädagogik in der Jugendarbeit, hrsg. v. W. Klameth/A. Wagner, Rostock 2000, S. 63 ff.
10 J.-M. Metzke, »Damit kein Gras darüber wächst.« – Mit einer Hauptschulklasse in Auschwitz. In: Erziehung nach Auschwitz, hrsg. v. H.-F. Rathenow/N. H. Weber, Pfaffenweiler 1990, S. 147 ff.
11 T. Laengerer, Majdanek – Eine szenische Reise. In: Erziehung nach Auschwitz, hrsg. v. H.-F. Rathenow/N. H. Weber, Pfaffenweiler 1990, S. 161 ff.
12 J. Seubert, Stätten des Widerstands und der Verfolgung 1933–1945 – Bericht über eine Exkursion mit Schülern des 9. Schuljahres der Realschule. In: Didaktik der Geschichte, hrsg. v. U. Uffelmann, Villingen-Schwenningen 1986, S. 329 ff.
13 F. Dölker/M. Regnery/P. Krahulec, Skins go Buchenwald – Ein Streetwork-Projekt mit rechten Jugendlichen aus Fulda. In: »Bis hierher und wie weiter?« – Pädagogische Konzepte zum professionellen Umgang mit Rechtsextremisten, hrsg. v. Thüringer Justizministerium/Staatsanwaltschaft Mühlhausen/ Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau Dora, Erfurt/Weimar 2002, S 96 ff.
14 W. Wiedemann, Zur Bildungsarbeit der Gedenkstätte Bergen-Belsen. In: Zum Umgang mit historischen Stätten aus der Zeit des Nationalsozialismus, hrsg. v. B. Asmuss/H.-M. Hinz, o. O. [Berlin] 1999, S. 151, [155])
15 Etwas quer hierzu liegt allerdings die Untersuchung von Bistrich, die eine Befragung der Gedenkstätten darüber durchgeführt hat, welche Wirkung nach Erfahrungen bzw. Einschätzungen der MitarbeiterInnen der Besuch von Gedenkstätten bei rechtsextremen Jugendlichen hat, Vgl. P. Bistrich, Gedenkstättenarbeit und rechtsextreme Jugendliche – Eine Bestandsaufnahme (unveröffentl. Diplomarbeit), o. O., o. J.
16 Vgl. N. Kampe, Zur pädagogischen Arbeit in der Gedenk- und Bildungsstätte Haus der Wannsee-Konferenz. In: Zum Umgang mit historischen Stätten aus der Zeit des Nationalsozialismus – Orte des Erinnerns, des Gedenkens und der kulturellen Weiterbildung? hrsg. v. B. Asmuss/H.-M. Hinz, o. O. [Berlin] 1999, S. 175, (181).
17 Vgl. J. Tuchel/U. Stiepani, Gedenkstätte Deutscher Widerstand, Berlin. In: Zum Umgang mit historischen Stätten aus der Zeit des Nationalsozialismus – Orte des Erinnerns, des Gedenkens und der kulturellen Weiterbildung?, hrsg. v. B. Asmuss/H.-M. Hinz, o. O. [wohl Berlin] 1999, S. 208, (214 f.).
18 Dabei wurden 1 551 Besucher einbezogen, Vgl. Sozialwissenschaftliches Institut München, Besucherbefragung zur Neugestaltung der KZ-Gedenkstätte Dachau (Unveröff. Präsentation, archiviert in der Gedenkstätte Dachau), München 2000.
19 Befragung von 595 Besuchern, Vgl. Yvonne Rogoll/Stephan Paetrow, Die Besucher der Gedenkstätte Buchenwald (Unveröff. Untersuchung, archiviert in der Gedenkstätte Buchenwald), o. O. [Jena] 2001.
20 Vgl. dazu E. Jwaszko, Pädagogische Arbeit mit Jugendlichen im staatlichen Museum Auschwitz. In: Zur Arbeit in Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus – Ein internationaler Überblick, Bd. I, hrsg. v. W. E. Brabeck et al., Berlin 1988, S. 37.
21 M. Kucia, Auschwitz in the Perceptions of Polish Students. In: Pro Memoria January 2002 (No. 16), S. 17 ff.
22 Vgl. W. Schubarth, Forschungen zum Geschichtsbewußtsein. In: Das Zentralinstitut für Jugendforschung Leipzig 1966–1990 – Geschichte, Methoden, Erkenntnisse, hrsg. v. W. Friedrich/P. Förster/K. Starke, Berlin 1999, S. 206, (215).
23 W. Schubarth, Wirkungen eines Gedenkstättenbesuches bei Jugendlichen – Ergebnisse einer Wirkungsanalyse von Besuchen in der Nationalen Gedenkstätte Buchenwald, Leipzig 1990 (unveröffentl. Manuskript Dienstsache ZIJ 15/90, archiviert in der Universitätsbibliothek Köln, Reg.-Nr. 2573),
24 S. Gareis/M. von Vultejus, Lernort Dachau? Eine empirische Einstellungsuntersuchung bei Besuchern der KZ-Gedenkstätte Dachau, Berlin 1987.
25 ebd. S. 142.
26 C. Fischer/H. Anton, Auswirkungen der Besuche von Gedenkstätten auf Schülerinnen und Schüler (Breitenau – Hadamar – Buchenwald) – Bericht über 40 Explorationen in Hessen und Thüringen (Studie im Auftrag der Landeszentralen für politische Bildung Hessen und Thüringen), Wiesbaden/Erfurt 1992. Noch schmaler war die Basis (lediglich 10 Interviewte) einer ähnlichen Untersuchung in den 80er Jahren, Vgl. G. Lehrke, Gedenkstätten für Opfer des Nationalsozialismus – Historisch-politische Bildung an Orten des Widerstands, Frankfurt am Main/New York 1988, S. 258 ff.
27 Vgl. J. Fuchs, Auschwitz in den Augen seiner Besucher – Eine Untersuchung von Teilnehmerinnen und Teilnehmern an Exkursionen nach Auschwitz in den Jahren zwischen 1994 und 2002 und zum Beitrag von Gedenkstättenbesuchen zur politischen (Bewusstseins-) Bildung nebst Vorschlägen zur Optimierung solcher Veranstaltungen, Magdeburg 2003.
28 S. Müller, Besucher/innenforschung in Gedenkstätten – Ein Pilotprojekt in der Gedenkstätte Sachsenhausen. In: Gedenkstätten-Rundbrief 1998, Nr. 74, S. 3 ff.
29 Siehe Anmerkung 18
30 Siehe Anmerkung 19
31 Vgl. R. Jordan/A. Pressel, Breitenau – Ein Bericht zu den Eindrücken vom Besuch einer Gedenkstätte für die Verfolgten des Nationalsozialismus. In: Gedenkstätten-Rundbrief 1997, Nr. 77, S. 19 ff.
32 Vgl. C. Jungbluth, Eindrücke des Besuches der Gedenkstätte Breitenau – eine Befragung von Schülerinnen und Schülern (unveröff. Wiss. Hausarbeit, archiviert in der Bibliothek der Gedenkstätte Breitenau), Kassel 2002.
33 Vgl. K. Ahlheim/B. Heger, Die unbequeme Vergangenheit – NS-Vergangenheit, Holocaust und die Schwierigkeiten des Erinnerns, Schwalbach/Ts. 2002, S. 86.
34 So auch A. Ehmann, Die Bedeutung von Nationalsozialismus und Holocaust für die politische Bildung junger Deutscher. In: Erinnern und Gedenken – Zur Bedeutung der historisch-politischen Bildung im deutsch-polnischen Jugendaustausch, hrsg. v. Deutsch-Polnischen Jugendwerk/Knut Dethlefsen, Potsdam/Warschau 2002, S. 113, (117) sowie T. Lutz, Anmerkungen zur Pädagogik in Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus. In: S. Endlich/T. Lutz, Gedenken und Lernen an historischen Orten – Ein Wegweiser zu Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus in Berlin, Berlin 1995, S. 16, (22). Vgl. auch A. Sieberns, Literatur zur Bildungsarbeit in Gedenkstätten. In: Praxis der Gedenkstättenpädagogik, hrsg. v. A. Ehmann et al., Opladen 1995, S. 336 ff.
35 Vgl. bspw. I. Dammer/C. vom Stein, Blinde Flecken beim Gedenken – zur Notwendigkeit von Wirkungsforschung, in: Praxis der Gedenkstättenpädagogik, hrsg. v. A. Ehmann et al., Opladen 1995, S. 323 ff.; R. Barlog–Scholz, Historisches Wissen über die nationalsozialistischen Konzentrationslager bei deutschen Jugendlichen – Empirische Grundlagen einer Gedenkstättenpädagogik, Frankfurt am Main 1994, S. 173 ff. sowie G. Lehrke, Gedenkstätten für Opfer des Nationalsozialismus – Historisch-politische Bildung an Orten des Widerstands, Frankfurt am Main/New York 1988, S. 30 f. Das umfassendste Plädoyer, das insbesondere deshalb beachtenswert ist, weil es über die Bedenken und Schwierigkeiten, die gegen ein solches Unterfangen, die »Wirkung« von Gedenkstättenbesuchen zu »messen« sprechen, nicht schweigend hinweggeht, stammt von B. Pampel, in seinem Beitrag »Der Gedenkstättenbesucher – das unbekannte Wesen«, siehe Anmerkung 2
36 Vgl. etwa H. Hötte, Vergangenheitsbewältigung und Ausländerfeindlichkeit – Eine Befragung von Jugendlichen im Dokumentenhaus KZ Neuengamme, in: Argumente zur museumspädagogischen Praxis 1984, H. 4, S. 1 ff. oder S. Gareis/M. von Vultejus, Lernort Dachau? Eine empirische Einstellungsuntersuchung bei Besuchern der KZ-Gedenkstätte Dachau, Berlin 1987 bzw. L. Erbring/P. G. Schank, »Die Wannsee-Konferenz und der Völkermord an den europäischen Juden« – Eine statistische Auswertung der Besucherfragebogen aus der Ausstellung der Gedenkstätte ›Haus der Wannsee-Konferenz‹, Berlin o. J. (um 1992).
37 Explizit bringt dies Krause-Vilmar zum Ausdruck: »Die Gedenkstätten arbeiten im Vorfeld der Entstehung des Rechtsextremismus präventiv.« (Hervorhebung im Original) – D. Krause-Vilmar, Ein falscher Auftrag? – Gedenkstätten und Rechtsextremismus. In: »Bis hierher und wie weiter?« – Pädagogische Konzepte zum professionellen Umgang mit Rechtsextremisten, hrsg. v. Thüringer Justizministerium/Staatsanwaltschaft Mühlhausen/Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau Dora, Erfurt/Weimar 2002, S. 38, (40). Vgl. auch D. Garbe, Einleitung. In: Die vergessenen KZs? – Gedenkstätten für die Opfer des NS-Terrors in der Bundesrepublik, hrsg. v. D. Garbe, Bornheim-Merten 1983, S. 23, (26 f.); T. Kranz, Die Bildungsarbeit der Gedenkstätte Majdanek 1944–1999. In: Bildungsarbeit und historisches Lernen in der Gedenkstätte Majdanek, hrsg. v. T. Kranz, Lublin 2000, S. 161, (179); Die brandenburgischen Gedenkstätten – Empfehlungen der Expertenkommission zur Neukonzeption, hrsg. v. Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg in Zusammenarbeit mit der Brandenburgischen Landeszentrale für politische Bildung, Berlin 1992, S. 52.
38 Vgl. auch die in gleiche Richtung weisenden Äußerungen weiterer Politiker: S. Gabriel, Geleitwort. In: R. Jacobs, Terror unterm Hakenkreuz, Göttingen o. J. (um 2000), S. 6; H. Enderlein, Gedenkstätten als Elemente politischer Kultur. In: Probleme der Gedenkstätten im vereinten Deutschland, hrsg. v. J. Dittberner/A. von Meer, Berlin 1994, S. 134, (135); R. Höppner, Geleitwort. In: R. Jacobs, Terror unterm Hakenkreuz, Göttingen o. J. (um 2000), S. 7.
39 Vgl. bspw. W. Schubarth – Pädagogische Konzepte als Teil der Strategien gegen Rechtsextremismus. In: Aus Politik und Zeitgeschichte B 39/2000, S. 40, (43) sowie G. Morsch, Authentische Orte von KZ-Verbrechen – Chancen und Risiken aus der Sicht der Besucherforschung. In: Holocaust und Nationalsozialismus, hrsg. v. E. Fuchs/F. Pingel/V. Radkau, Innsbruck u. a. 2002, S. 42, (43).
40 Vorbild für solche Vorhaben könnten neben einigen der hier näher beschriebenen Untersuchungen die – allerdings sehr aufwendigen – Studien von M. Fuchs/S. Lamnek und O. G. Schwenk bzw. von S. Bauer sein, die im Zusammenhang mit der Ausstellung »Geschichte und Kultur der Juden in Bayern« entstanden sind, Vgl. M. Fuchs/S. Lamnek/O. G. Schwenk, Geschichte und Kultur der Juden in Bayern – Ergebnisse der Besucherbefragung zur Ausstellung, Bd. 1–3 (Bd. 1: M. Fuchs/S. Lamnek, Interessen-Wissen-Vorurteile – Erscheinungsformen und Determinanten ihrer Modifikation. Ergebnisse einer quantitativ-repräsentativen Untersuchung zur Ausstellung »Geschichte und Kultur der Juden in Bayern«. Bd. 2: S. Lamnek/O. G. Schwenk, Alltagswissen und Einstellungen. Objektive Komponenten und subjektive Umsetzung. Ergebnisse einer qualitativen Studie zur Ausstellung »Geschichte und Kultur der Juden in Bayern«. Bd. 3: M. Fuchs/S. Lamnek, Schulklassen als Ausstellungsbesucher.
Die langfristige pädagogische Wirkung der Ausstellung »Geschichte und Kultur der Juden in Bayern«.) München 1991.
Hinweis • zu dem Beitrag von Akim Jah und Michael Thoß »Ein Erfahrungsbericht über historisch-politische Bildung zum Belower Wald im GedenkstättenRundbrief Nr. 120«
Beim Umbruch in diesem Beitrag sind Fehler aufgetreten, u.a. ist der Satz auf Seite 7 unten bis Seite 8 oben falsch wiedergegeben worden. Der Satz lautet richtig: »Entgegen einem schon seit längerem beobachteten Trend in der historisch-politischen Bildung sollte die Beschäftigung mit dem Nationalsozialismus u.E. nicht darauf abzielen, einfache Analogien zu aktuellen gesellschaftlichen Phänomenen und Problemlagen zu bilden, sondern den historischen Gegenstand zu durchdringen und das Geschichtsbild zu präzisieren.«
Die Redaktion bittet die Fehler zu entschuldigen.