Germanisches Nationalmuseum, Nürnberg Aufseß-Saal
08.10.2010-09.10.2010
Deadline: 30.09.2010
Für die Zeit der Weimarer Republik und des Nationalsozialismus stand die Rolle und Funktion des Germanischen Nationalmuseums als des größten kulturhistorischen Museums im deutschsprachigen Raum bisher kaum im Mittelpunkt des wissenschaftlichen Interesses.
Eine interdisziplinär und fächerübergreifend ausgerichtete Tagung soll diese Forschungslücke schließen. Besonders beleuchtet werden die Amtszeiten der beiden Direktoren Ernst Heinrich Zimmermann (1920 - 1936) und Heinrich Kohlhaußen (1937 - 1945). Damit wird ein Zeitraum behandelt, der nicht zuletzt infolge der Washingtoner Erklärung von 1998 hoch aktuell geworden ist und bereits zu zahlreichen Forschungen über die Provenienz von den Kunstwerken anregte, die während der nationalsozialistischen Herrschaft in die Museen gelangten.
Die Tagung zielt mit einem zeitlich etwas weiter gefassten Einfallswinkel auf eine möglichst differenzierte Darstellung dieser Epoche. Diskutiert werden wichtige Fragen zu den musealen Rahmenbedingungen, den Arbeitsweisen und Zielsetzungen der Beteiligten sowie die personellen Verflechtungen mit anderen Institutionen. Dazu sind Rückgriffe auf die Geschichte des Germanischen Nationalmuseums während der Kaiserzeit sowie ein Blick über 1945 hinaus unabdingbar.
Programm
Freitag, 8. Oktober 2010
Sitzungsleitung: Uwe Puschner (Berlin)
9:15 Uhr
Begrüßung
G. Ulrich Großmann, Generaldirektor des Germanischen Nationalmuseums
9:30 Uhr
Hans-Ulrich Thamer (Münster)
Einführungsreferat: Zwischen Selbstbehauptung und Intervention.
Museumspolitik im natio-nalsozialistischen Deutschland
Sektion 1: Institution
10:15 Uhr
Markus Thome (Bern)
Mittelalterliche Architektur im Museum als Konstruktion eines Geschichtsbildes
11:00 Uhr Kaffeepause
11:30 Uhr
Jana Stolzenberger (Nürnberg)
Gustav von Bezold und die Museumsreform
12:15 Uhr
Timo Saalmann (Jena)
Die Staatlichen Museen Berlin im "Dritten Reich". Geschichte und Nachgeschichte
13:00 Uhr Mittagessen
Sektion 2: Personen
14:30 Uhr
Melanie Gottlieb (Erlangen)
Hetze und Verfolgung im "Stürmer"
15:15 Uhr
Petra Winter (Berlin)
Der Museumsdirektor Ernst Heinrich Zimmermann - "... durchaus der rechte Mann an dieser Stelle". Thesen zu seiner Rolle als Direktor der Berliner Gemäldegalerie in der Zeit des Natio-nalsozialismus
Samstag, 9. Oktober 2010
Sitzungsleitung: Hans-Ulrich Thamer (Münster)
9:15 Uhr
Klara Kaczmarek-Löw (Weißenburg)
Heinrich Kohlhaußen in Breslau. Stand und Perspektiven der Forschung
Sektion 3: Fälle
10:00 Uhr
Christian Kohler (Münster)
Die Inszenierung des Politischen - Die Sonderausstellungen im Germanischen Nationalmuse-um anlässlich der Reichsparteitage
10:45 Uhr Kaffeepause
11:15 Uhr
Luitgard Löw (Honningsvåg/Bamberg)
Die gefälschte Adlerfibel
12:00 Uhr
Stanislaw Waltos (Krakau)
Die Überführung des Krakauer Marienaltars von Veit Stoß nach Nürnberg während des Zwei-ten Weltkriegs
12:45 Uhr Mittagessen
Sektion 4: Verflechtungen
14:15 Uhr
Matthias K. Braun (Erlangen)
Das Germanische Nationalmuseum und die Stadtverwaltung Nürnberg im "Dritten Reich"
15:00 Uhr
Dominik Radlmaier (Nürnberg)
Verhängnisvolle Symbiose? Die Kunstsammlungen der Stadt Nürnberg und das Germanische Nationalmuseum 1933-1945
15:45 Uhr Kaffeepause
16:15 Uhr
Luitgard Löw (Honningsvåg/Bamberg) und Matthias Nuding (Nürnberg) Zusammenfassung der Ergebnisse
VERBINDLICHE ANMELDUNG ERFORDERLICH
KEINE TAGUNGSGEBÜHR
Anmeldeschluss: 30. September 2010
ANSPRECHPARTNER/INNEN
FÜR WISSENSCHAFTLICHE FRAGEN
Dr. Matthias Nuding (GNM, Nürnberg)
Telefon + 49 911 1331 - 251
FÜR ORGANISATORISCHE FRAGEN UND ANMELDUNG
Betti Roth (GNM, Nürnberg) Telefon + 49 911 1331 - 250 b.roth@gnm.de
Germanisches Nationalmuseum, Kartäusergasse 1, 90402 Nürnberg