Veronika Springmann:
Zwischen Gewalt und Selbstbehauptung. Sport in nationalsozialistischen Konzentrationslagern
Viele ehemalige männliche Häftlinge nationalsozialistischer Konzentrationslager erinnerten sich an einen Sport, den sie als gewalttätig erlebt haben. Stundenlanges Laufen und kräftezehrende Übungen, wie Kniebeugen oder Liegestützen schwächten die Häftlinge. Sport in den Konzentrationslagern konnte allerdings auch eine Form der Selbstbehauptung bedeuten. Ab 1942 war es einigen Häftlingen in mehreren Lagern erlaubt, Fußball zu spielen. Der Vortrag erläutert die ambivalenten Funktionen von Sport innerhalb des Lageralltags der der nationalsozialistischen Konzentrationslager.
Veronika Springmann, Historikerin und Sportwissenschaftlerin; Doktorarbeit "Gunst und Gewalt. Sport in nationalsozialistischen Konzentrationslagern" bei Thomas Alkemeyer (Carl von Ossietzky Universität Oldenburg) und Michael Wildt, (Humboldt-Universität Berlin). Zu diesem Thema auch mehrere Veröffentlichungen. Sie arbeitet unter anderem freiberuflich für die Gedenkstätte Haus der Wannseekonferenz und ist derzeit Wissenschaftliche Referentin an der Humboldt-Universität zu Berlin.