Ein Großteil der Flüchtlinge und Vertriebenen weltweit waren und sind Frauen. Sie werden aus politischen, religiösen oder wirtschaftlichen Gründen gezwungen, ihre Heimat zu verlassen. Sowohl während der Flucht und Vertreibung als auch im Aufnahmeland sind sie häufig Ablehnung, Anfeindungen und Gewalt ausgesetzt, die nicht selten genderspezifisch konnotiert sind. Dies trifft sowohl für einen Teil der deutschen Frauen zu, die nach dem Zweiten Weltkrieg aus Ostmitteleuropa vertrieben wurden, wie auch für diejenigen Frauen, die heute aufgrund erzwungener Migration nach Deutschland kommen.
Ziel des Workshops ist es, den interdisziplinären Austausch zwischen Geschichtswissenschaft, Soziologie, europäischer Ethnologie und Museologie zum Themenkomplex Zwangsmigration und Frauen(-geschichte) zu intensivieren.
Programm für den Workshop
„Zwangsmigration und Frauengeschichte in
Deutschland nach 1944/45“ vom 25.10.- 26.10.2012 in München
Donnerstag 25.10.2012
Die „alte Heimat“: Erinnerung und Verarbeitung
15.00 - 15.15 Uhr Katharina Aubele, M.A.: Einführung in den Workshop
15.15 - 16.00 Uhr Dr. Martina Metzger (Lüneburg): Evakuierte Frauen und die Flucht aus den deutschen Ostgebieten 1944/45
16.00 - 17.30 Uhr Rückblick auf die alte Heimat und Umgang mit dem Heimatverlust
Moderation: Dr. K. Erik Franzen
Henrike Hampe, M.A. (Ulm): Die Mutter unterwegs – Zwangsmigration von Frauen in der Rückschau ihrer Kinder
Cornelia Eisler, M.A. (Kiel/Oldenburg): ‚Arbeit im Stillen’? – Frauen und Frauenbild im Kontext der Heimatsammlungen von Flüchtlingen, Vertriebenen und Aussiedlern
17.30 - 17.45 Uhr Pause
17.45 - 19.15 Uhr Weibliche Narrative der Vertreibung
Moderation: Dr. René Küpper
Susanne Greiter, M.A. (München): Variationen narrativer Verarbeitung von sexualisierter Gewalt am Ende des Zweiten Weltkriegs. Grenzgänge zwischen weiblichen Erinnerungen, Geschichte und Wissenschaft
Mag.a Andrea Hummer (Linz): "was übrig bleibt und wi(e)der_spricht" Aufzeichnungen aus dem Leben von „volksdeutschen“ Frauen während und nach dem Zweiten Weltkrieg
20.00 Uhr Gemeinsames Abendessen im Hofbräuhaus
Freitag 26.10.2012
Die „neue Heimat“: Repräsentation, Forschung und Organisation
9.00 - 10.30 Uhr Visualisierung von Flucht und Vertreibung
Moderation: Ekaterina Keding, M.A.
Stefanie Menke, M.A. (Würzburg): Zur Präsenz von Frauen und der Repräsentation von Frauenbildern in der Ausstellung 'Flüchtlinge und Vertriebene in Hof' im Museum Bayerisches Vogtland
Dr. Stephan Scholz (Oldenburg): Frauen-Bilder in der visuellen Erinnerung an Flucht und Vertreibung
10.30 - 10.45 Uhr Pause
10.45 - 12.15 Uhr Gender, eine nützliche Kategorie der Migrationsforschung?
Moderation: Dr. Christiane Brenner
Prof. Dr. Sylvia Schraut (München): Gender und Migration. Vorstellung der Ergebnisse der Tagung „Femina Migrans: Frauen in Migrationsprozessen (18.-20. Jahrhundert)“
Prof. Dr. Katrin Boeckh (Regensburg): Ostarbeiter im Zweiten Weltkrieg in Deutschland: Gender-Aspekte und Forschungsperspektiven
12.15 - 14.00 Uhr Gemeinsames Mittagessen im Café Restaurant im Mueller'schen Volksbad
14.00 - 15.30 Uhr Vergesellschaftung und Vergemeinschaftung von Frauen in der neuen Heimat
Moderation: Prof. Dr. Sylvia Schraut
Dr. Relinde Meiwes (Berlin): Neuaufbau nach Flucht und Vertreibung am Beispiel der transnational tätigen Kongregation der Schwestern von der heiligen Katharina aus Braunsberg in Ostpreußen (1944/45 - 1962)
Katharina Aubele, M.A. (München): Institutionalisierung der Frauenarbeit in den Vertriebenenverbänden
15.30 - 15.45 Uhr Pause
15.45 - 16.30 Uhr Abschlussdiskussion
| Kontakt: | Katharina Aubele Ludwig-Maximilians-Universität München, Historisches Seminar Abteilung für Geschichte Ost- und Südosteuropas, Geschwister-Scholl-Platz 1, 80539 München 089-2180-5484 Katharina.Aubele@<wbr></wbr>lrz.uni-muenchen.de |