Ab sofort zeigt die Gedenkstätte Ehrenhain Zeithain eine neue Ausstellung mit
Fundstücken zur medizinischen Versorgung der Kriegsgefangenen.
Vor 83 Jahren, am 17. Oktober 1941 trafen 48 sowjetische Ärztinnen und Sanitä-
terinnen im Kriegsgefangenenlager Zeithain ein. Sie wurden von der Wehrmacht
aus einem Gefangenenlager in Minsk nach Zeithain transportiert. Sehr viele
sowjetische Kriegsgefangene in Zeithain waren krank. Fleckfieber, Typhus und
andere Infektionskrankheiten breiteten sich wegen der völlig unzureichenden
Hygiene rasant aus. Medizinisches Personal fehlte. Die weiblichen Kriegsgefan-
genen aus Minsk sollten nun helfen. Aber es fehlte nicht nur an Personal son-
dern auch an Medikamenten, Gerätschaften und Wasser und Hygieneartikel für
die Kranken.
In der neuen Ausstellung „Zurückgelassen“ werden hauptsächlich Fundstücke
präsentiert, die sowjetische und italienische Kriegsgefangene auf dem Lagerge-
lände zurück ließen. Arzneireste, Sanitätsmaterial und Einrichtungsgegen-
stände geben einen Einblick in die rudimentäre medizinische Versorgung der
kranken Kriegsgefangenen. Vor allem für die Zeit des Reservelazaretts Zeithain,
in der viele Kriegsgefangene an Tuberkulose verstarben, ergänzen die Fundstü-
cke die wenigen überlieferten Dokumente und Erinnerungsberichte. So verwei-
sen beispielsweise unterschiedlichste Reste und Behältnisse von Nahrungser-
gänzungsmittel auf den Hunger und Nährstoffmangel, den die Gefangenen im
Lager erlitten.
Durch die Präsentation der teilweise sehr persönlichen Objekte wie Zahnbürs-
ten oder Rasierpinsel rücken die Schicksale der Gefangenen näher an die Besu-
cherinnen und Besucher.
Die Ausstellung ist täglich zu den Öffnungszeiten der Gedenkstätte geöffnet.
Mo-Do 10 bis 16 Uhr
Fr 10 bis 14 Uhr
Sa, So 10 bis 16 Uhr
Kontakt: Gedenkstätte Ehrenhain Zeithain
Nora Manukjan
Nora.manukjan@stsg.de
www.ehrenhain-zeithain.de