Die Arbeitsgruppe „Psychiatrie und Fürsorge im Nationalsozialismus in München“ (Michael von Cranach, Annette Eberle, Gerrit Hohendorf, Sibylle von Tiedemann) arbeitet in Kooperation mit dem NS-Dokumentationszen-Zentrum an einem Gedenkbuch für die Münchner Opfer der NS-„Euthanasie”. In dem Gedenkbuch sollen die Münchner Opfer mit vollem Namen, Geburts- und Todestag sowie Todesort verzeich-net werden. Die Nennung der Namen und das Erzählen von individuellen Lebensgeschichten soll den ermordeten Menschen einen sichtbaren Ort in der Geschichte und dem Gedächtnis der Stadtgesellschaft schaffen.
Zur Zeit bestehen gegen eine Namensnennung noch archivrechtliche Bedenken: So könnten sich Angehörige durch die Bekanntgabe des Namens der ermordeten Menschen und damit der Tat-sache, dass sich ein Verwandter in einer Heil- und Pflegeanstalt befunden hat, stigmatisiert fühlen. Auch weil die Frage der Nennung der Namen der „Euthanasie“-Opfer deutschlandweit von Bedeutung ist, laden wir zu einer öffentlichen Debatte ein: Die Frage der Namensnennung wird mit Angehörigen und Psychiatrieerfahrenen, mit Fachleuten, die lange mit dieser Frage betraut sind, mit Politikern und interessierten Tagungsbesucherinnen und Tagungsbesuchern diskutiert. Die auf den drei Panels geäußerten Statements und Besucherbeiträge sollen in der Podiums-diskussion zu einer Empfehlung zur Frage der Namensnennung im Gedenkbuch für die Münchner „Euthanasie“-Opfer führen.
Eine Veranstaltung der AG "Psychiatrie und Fürsorge im Nationalsozialismus in München" in Kooperation mit dem NS-Dokumentationszentrum München und dem Institut für Geschichte und Ethik der Medizin der TU München
Programm erhältlich unter: sibylle.tiedemann(at)gmx.de