Kurt Gerron (1897- 1944) zählte in der Weimarer Republik zu den bekanntesten Schauspielern und Regisseuren Deutschlands. Er sang die Mackie-Messer-Moritat bei der Premiere von Brecht/Weills „Dreigroschenoper“ und stand mit Marlene Dietrich in Sternberg‘s „Der Blaue Engel“ oder Heinz Rühmann in „Die Drei von der Tankstelle“ vor der Kamera. Nach der NS-Machtergreifung 1933 floh er ins Exil, wurde 1943 in Amsterdam verhaftet und Ende Februar 1944 ins KZ Theresienstadt deportiert. Dort agierte Gerron auf der Bühne des von ihm gegründeten Ghetto-Kabaretts „Karussell“. Am 28 Oktober 1944 wurde Gerron nach Auschwitz deportiert und dort ermordet.
Der in Essen lebende englische Dramatiker Roy Kift war der Erzähler im Film „Kurt Gerrons Karussell“. Sein Stück über Gerron, „Camp Comedy“, wurde 2012 in Polen uraufgeführt. In Juni 2013 gewann die „Camp Comedy“ den Grand Prix des XXIV. Internationalen Theater Festivals in Cziesyn. Der Schwerpunkt des Vortrags liegt auf Gerrons Kabarett in Theresienstadt bzw. der Frage: Kabarett im KZ – unmöglich oder notwendig? Mit originalen Songs und Sketchen aus dem „Karussell“-Kabarett wird der Widerspruch zwischen Komödie und Schoah beispielhaft dargestellt.