Zeugnisse des Holocaust

Fort- und Weiterbildung
15. Juli 2023
23:55 - Uhr
Ort: Gedenkstätte Buchenwald; Gedenkstätten Belzec, Majdanek, Sobibor; Gedenkstätte Bergen-Belsen
Veranstalter: aejn e.V.

Gedenkstättenpädagogische Fortbildung für schulische und außerschulische Multiplikator*innen und Fachkräfte

Kursleiterin: Sarah Vogel, Referentin für historisch-politische Bildung bei der Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Jugend in Niedersachsen e.V. (aejn) sarah.vogel@evlka.de

Zielgruppe: schulische und außerschulische Multiplikator*innen und Fachkräfte

Bildungsurlaub: Die Module 1 und 2 werden voraussichtlich als Bildungsurlaub für Niedersachsen anerkannt. Bei Interesse bitte kurz Rücksprache treffen.

Kosten: 350 Euro (darin enthalten: Unterkunft im DZ, Verpflegung, Programmkosten, anteilige Fahrtkosten), EZ-Zuschlag 150 Euro

Anmeldung bis zum 15. Juli 2023

Detailliertes Programm, Zeitplan und Anreise: Die genauen Uhrzeiten und ein ausführliches Programm werden nach Anmeldung verschickt. Die Fahrtkosten zum 1. und 3. Modul werden anteilig erstattet (50%). Die gemeinsame An- und Abreise zur Studienreise nach Ostpolen erfolgt ab Berlin Ostbahnhof. Die An- und Abreise zum Berliner Ostbahnhof muss individuell organisiert und finanziert werden. Die Fortbildung findet statt mit mindestens 8 und maximal 15 Teilnehmenden.

Eigenleistung und Zertifikat: Die Teilnehmenden erhalten ein Zertifikat. Dafür ist die Teilnahme an allen Modulen verpflichtend. Darüber hinaus werden kleinere Programmpunkte während der Studienfahrt in Polen von den Teilnehmenden im Peer-to-Peer-Ansatz übernommen. Die Aufgaben dafür werden gemeinsam im ersten Modul besprochen und verteilt.

Ziele der Fortbildung

Die Fortbildung bietet differenzierte Einblicke in die pädagogische Arbeit unterschiedlicher KZ-Gedenkstätten und deren vielseitigen Funktionen als Friedhof, Mahnung, Symbol und Lernort. Mit dem nahenden Ende der direkten Zeitzeugenschaft und Generationen, die aufgrund einer zeitlichen und auch persönlichen Distanz immer weniger Berührungspunkte zu diesen Orten haben, wird die Reflexion nach Zielen und Methoden der Vermittlung immer wichtiger für eine gelingende historisch-politische Bildung an KZ-Gedenkorten.
Die Fortbildung erfolgt in drei Modulen. Das erste Modul dient dem Kennenlernen und Austausch der Teilnehmenden und widmet sich den Themen NS-Täterschaft und ihre Opfer. Schwerpunkt bildet mit dem zweiten Modul eine sechstägige Studienfahrt nach Ostpolen. Neben der Besichtigung der ehemaligen Vernichtungslager Belzec, Majdanek und Sobibor werden beispielsweise mit der Unesco-Altstadt Zamość und dem „jüdischen Oxfort“ Lublin auch Stätten jüdischer Kultur besichtigt. Das Abschlussmodul richtet den Schwerpunkt auf die Handlungsoptionen in der pädagogischen Vermittlung. Dafür wird die Gedenkstätte Bergen-Belsen besucht und ein Augenmerk auf Oral History und Biografie-Forschung sowie auf unterschiedliche mediale Zugänge gelegt.

Module, Termine, Inhalte, Orte

1. 06. bis 08. September 2023

  • Gedenkstätte Buchenwald
  • Einführungsmodul „Verunsichernde Orte“: NS-Täterschaft und ihre Opfer
  • Die Tatmotive, die Rolle und Perspektive von mitlaufenden und zuschauenden Personen und natürlich die Erfahrungen der Opfer werden in der Vermittlungsarbeit thematisiert. Davon ausgehend wird die Frage nach der eigenen gesellschaftlichen Verantwortung gestellt. Neben der Wissensvermittlung kann eine Schärfung des historischen Bewusstseins und die Förderung von Empathie erfolgen.

2. 21. bis 26. April 2024

  • Gedenkstätten Belzec, Majdanek, Sobibor
  • Studienfahrt nach Ostpolen: Antisemitismus und jüdisches Leben in Geschichte und Gegenwart
  • Etwa 3,3 Millionen jüdische Menschen, die damit über 10 Prozent der Bevölkerung ausmachten, lebten vor der deutschen Besetzung 1939 in Polen. Bis Ende 1943 wurden in Belzec, Sobibor und Treblinka etwa 1.700.000 Juden, größtenteils aus Polen, ermordet. Von September 1942 bis Sommer 1944 wurden im Lager Majdanek nahe Lublin zehntausende, meist polnische Juden ermordet. Bei Kriegsende lebten von den 3,3 Millionen nur noch etwa 380.000 jüdische Menschen, ein Großteil von ihnen als Geflohene in der damaligen Sowjetunion. Der Holocaust bedeutete in Polen die völlige Vernichtung der jüdischen Gemeinden und ihrer Kultur. Welche pädagogischen Zugänge gibt es, sich mit den damaligen Taten und gegenwärtigen Formen von Antisemitismus auseinanderzusetzen?

3. 06. bis 07. Juni 2024

  • Gedenkstätte Bergen-Belsen
  • Abschlussmodul „KZ-Gedenkstätten als Lernorte“: Oral History und Biografie-Forschung
  • In dem nicht auf Nummern und Zahlen, sondern auf Menschen und ihre prägenden Erfahrungen eingegangen wird, erfolgt eine doppelte Zeugenschaft – zum einen, die direkte aus Sicht der Opfer und zum anderen die der Personen, die sich mit dieser Biografie auseinandersetzen. Die Bedeutung von Oral History - der Sicherung und Bereitstellung von Biografien, einschließlich Zeitzeugentexten, Videointerviews, der Verweis auf persönliche Gegenstände oder auch Zeichnungen wird größer, um aus den Lebensgeschichten lernen zu können.