Zeitzeugengespräche zur Erinnerung an die erste „Probevergasung“ mit dem in Dessau produzierten Zyklon B in Auschwitz vor 75 Jahren
Am 3. September 1941 wurde im Block 11 des Stammlagers Auschwitz erstmals mit dem Giftgas Zyklon B gemordet. Opfer dieser „Probevergasung“ waren 250 kranke Häftlinge und ca. 600 russische Kriegsgefangene. Rudolf Höss notierte 1946 in seiner Gefängniszelle:
„Über die Tötung der russischen Kriegsgefangenen an und für sich machte ich mir damals keine Gedanken. Es war befohlen, ich hatte es durchzuführen. Doch ich muss offen sagen, auf mich wirkte diese Vergasung beruhigend, da ja in absehbarer Zeit mit der Massenvernichtung der Juden begonnen werden musste, und noch war weder Eichmann noch mir die Art der Tötung dieser zu erwartenden Massen klar. Durch Gas sollte es wohl sein, aber wie und was für ein Gas? Nun hatten wir das Gas und auch den Vorgang entdeckt.“
Die Jahresproduktion des in der Dessauer Zuckerraffinerie produzierten Zyklon B betrug im Jahr 1941 230.000 kg, stieg 1942 auf 310.000 kg an und erreichte 1943 den Höchststand mit 352.000 kg. Erst seit elf Jahren erinnert ein Informations-und Mahnpunkt in Dessau-Roßlau an die Verstrickung dieser Produktionsstätte in den industriell betriebenen Massenmord. Vorangegangen war ein über zehn Jahre dauernder Kampf der „Forschungsgruppe Zyklon B“ für einen sichtbaren Erinnerungsort in der Stadt.
Das Alternative Jugendzentrum Dessau erinnert mit Zeitzeugengesprächen mit Éva Pusztai (Budapest) am 3.9.2016 und Rozette Kats (Amsterdam) am 28.9.2016 in Dessau-Roßlau an die mit Zyklon B ermordeten Menschen und lädt Interessierte herzlich dazu ein.
Infos/ Download
Die Veranstaltungsflyer und nähere Informationen als PDF-Datei zum Download
Zeitzeugingespräch mit Eva Pusztai am 03.09.2016
Zeitzeugingespräch mit Rozette Kats am 28.09.2016
Kontakt
Alternatives Jugendzentrum e.V. Jana Müller Schlachthofstr. 25 06844 Dessau-Roßlau ajz.dessau@gmail.com