Wo beginnt die Erzählung?

Tagung/Seminar/Workshop
20. März 2013 -
23. März 2013
Ort: Kreisau - Begegnungszentrum / Polen
Veranstalter: Evangelische Akademie zu Berlin

Übergänge und Zwischenzeiten in den Narrativen der europäischen Geschichte im 20. Jahrhundert

Beginn:

20. März 2013, 18:30 Uhr

Einlass / Anmeldung: 17:00 Uhr

Ende: 23. März 2013, 12:00 Uhr

Ort: Kreisau - Begegnungszentrum / Polen

Veranstaltungstyp: Geschlossene Fachtagung

Tagungsnummer: 07/2013

Leitung: Dr. Jacqueline Boysen / Claudia Schäfer


 

Thema:


Das 11. ost-westeuropäische Gedenkstättenseminar in Kreisau widmet sich Ereignissen der europäischen Geschichte in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts und ihrer Wirkungsgeschichte in den unterschiedlichen Ländern Mittel- und Osteuropas. Wie werden in Gedenkstätten, Ausstellungen oder Veranstaltungen jeweils die Perspektiven der beteiligten und benachbarten Gesellschaften aufgenommen? Wie stellte sich die Entwicklung der Politik in den einzelnen Ländern dar? Was trennt die Wahrnehmungen und was verbindet sie?


So markieren beispielsweise die Jahre 1918 und 1938 Beginn und Ende der so genannten Zwischenkriegszeit. Das Ende des Ersten Weltkrieges hat aber sehr unterschiedliche Bedeutungen in den Geschichtserzählungen einzelner Länder. 1938 markiert zudem das Münchener Abkommen sowie die Besetzung der Tschechoslowakei durch Nazi-Deutschland. Wie werden diese wichtigen Zäsuren am Vorabend des von Deutschland verursachten Zweiten Weltkrieges mit seinen unvorstellbaren Verbrechen und dem Holocaust in den Geschichtsnarrativen der unterschiedlichen Länder und ihrer Museen betrachtet? Auch der Zweite Weltkrieg stellt zwar für ganz Europa eine der einschneidensten Zäsuren dar, doch wird er unterschiedlich durch die politische Neuordnung nach dem Krieg und den Beginn des Kalten Krieges 1948 gedeutet. Mittlerweile erfährt der Kalte Krieg selbst eine Historisierung in entstehenden Museen und Projekten mit europäischer Perspektive. Die exemplarisch hier aufgegriffenen Schlüsseldaten sind nicht als geschlossene Ereignisse zu betrachten, sondern nur in ihrer Kontextualisierung zu verstehen. Wie wird diese dargestellt, wo beginnt jeweils die Erzählung, wie ist der jeweilige internationale Kontext zu beschreiben?


Das ost-westeuropäische Gedenkstättenseminar richtet sich an Mitarbeiter/innen von Gedenkstätten oder Museen und Personen, die sich in Projektarbeiten, an Schulen oder Hochschulen mit der Geschichte von Nationalsozialismus, dem Völkermord an den europäischen Juden, Stalinismus und kommunistischer Diktatur sowie anderen Formen totalitärer Gewaltherrschaft und des Widerstandes dagegen auseinander setzen. Das Seminar versteht sich als Forum für einen gesamteuropäischen Erfahrungsaustausch von Vertretern aus der Praxis, die in der historisch-politischen Bildungsarbeit tätig sind, sowie von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern.


Wir laden herzlich zur Teilnahme ein!


Dr. Jacqueline Boysen

Dr. Andrea Genest

Dr. Anna Kaminsky

Dominik Kretschmann

Dr. Burkhard Olschowsky


Kooperationspartner sind:

Gedenkstätte Stiftung Kreisau

Evangelische Akademie zu Berlin

Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur

Europäisches Netzwerk Erinnerung und Solidarität

in Verbindung mit der Kreisau-Initiative Berlin e.V.