Wissenschaftlichen Tagung -,,Die Spaltung Berlins“

Tagung/Seminar/Workshop
6. Oktober 2016 -
7. Oktober 2016
Ort: der Vertretung des Freistaats Thüringen beim Bund; Mohrenstraße 64, 10117 Berlin
Veranstalter: Berliner Landesbeauftragter für die Stasi- Unterlagen, Deutsch- Russische Museum Berlin- Karlshorst, Stiftung Berliner Mauer

Wissenschaftlichen Tagung -,,Die Spaltung Berlins“ am 6. und 7. Oktober 2016 in der Vertretung des Freistaats Thüringen beim Bund | Mohrenstraße 64 | 10117 Berlin



 Der “Sturm auf das Stadthaus” am 6. September 1948 ist fast vergessen. Eine von der SED mobilisierte Menge sprengte die Berliner Stadtverordnetenversammlung, die im “Bärensaal” des Neuen Stadthauses tagte. Demokratische Politiker wurden verprügelt und mussten fliehen. Die SPD-Abgeordnete Jeanette Wolff, die 1942 nach Riga deportiert worden war und den Holocaust überlebte, wurde als “Arbeiterverräterin” beschimpft.

Die Stadtverordnetenversammlung setzte ihre Tagungen in West-Berlin fort. Am 30. November 1948 bildete sich darauf ein SED-dominierter Magistrat in Ost-Berlin. Gesetzgebung und Verwaltung der Stadt waren fortan gespalten. In den folgenden Monaten dividierte sich die Stadt in zwei Hälften. Der besondere Status Berlins mit seinen vier Sektoren hatte seit 1945 zu wachsenden Spannungen zwischen Ost und West geführt.

Die Zwangsvereinigung von SPD und KPD in den Ostsektoren im April 1946 wurde zum Fanal. Bei den Berliner Wahlen am 20. Oktober 1946 antwortete die Bevölkerung mit 48,7 Prozent der Stimmen für die SPD, 22,2 Prozent für die CDU und nur 19,8 Prozent für die SED. Immer drängender wurde die Währungsreform. Als keine Einigung erfolgte, provozierten die Westalliierten mit der Einführung der westdeutschen DM in ihren Sektoren.

Darauf verhängte die Sowjetunion eine Blockade über West-Berlin. Der Personen- und Güterverkehr wurde unterbrochen. Die Westalliierten antworteten mit der Luftbrücke. Aus Besatzern wurden in den Westsektoren Schutzmächte. Die Blockade scheiterte. Aber die Spaltung der Stadt schritt fort. Ihren Höhepunkt erreichte sie 1961 mit dem Bau der Berliner Mauer.

West- und Ost-Berlin verlebten Jahrzehnte im Wartestand. Für die Alliierten wurde die Stadt zum Dauerproblem. Gleichzeitig lag in Berlin der Schlüssel zur Herstellung der deutschen Einheit. Als Gorbatschow das Sowjet-Imperium aufgab und die SED-Führung handlungsunfähig geworden war, fiel die Mauer. Berlin lebte auf. Die Spaltung war überwunden.

Die wissenschaftliche Tagung am 6. und 7. Oktober behandelt die Spaltung Berlins von 1945 bis 1950. Die weitere Entwicklung über den Mauerbau bis zur Überwindung der Spaltung wird perspektivisch einbezogen.


1.    Die Ausgangslage: Berlin nach dem Krieg

2.    Das Fanal: Die Zwangsvereinigung von SPD und KPD

3.    Die Herausforderung: Währungsreform, Blockade und Sturm aufs Parlament

4.    Die Konsequenzen: Spaltung der Stadt und ihrer Verwaltung

5.    Ausblick: Berlin und die Deutsche Einheit

Ihre Anmeldung senden Sie bitte bis zum 30. September 2016 an:

Berliner Landesbeauftragter für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR | Scharrenstraße 17 | 10178 Berlin | Telefon: 030 - 24 07 92 – 0 | Fax: 030 - 24 07 92 – 99

www.berlin.de/stasi-landesbeauftragter

Die Anmeldung ist kostenfrei.

Eine Kooperationsveranstaltung des Berliner Landesbeauftragter für die Stasi- Unterlagen, des Deutsch- Russischen Museums Berlin- Karlshorst und der Stiftung Berliner Mauer.