Anwalt ohne Recht - das Schicksal der jüdischen Rechtsanwälte in Berlin nach 1933
Nach der Machtübernahme der Nationalsozialsten 1933 setzte die Ausgrenzung jüdischer Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte aus dem Berufsstand ein. Bis dahin gab es keine Differenzierung in jüdisch und nichtjüdisch, das änderte sich mit der rassistischen Politik auf allen Ebenen. Der Rechstsstaat wurde demontiert. 1.815 Personen verloren in den verschiedenen Phasen bis 1938 den Beruf.
Die Dokumentaion der Lebensläufe vermittelt einen Eindruck davon, was es für die Einzelnen bedeutete, mit dem Beruf die Lebensgrundlage aufgeben zu müssen. Ein großer Teil der Betroffenen wurde aus dem Land gedrängt. Wem die Flucht nicht gelang, der wurde ermordet.
Mit dieser neuen Auflage lässt sich die Dimension der Verbrechen ab 1933 klar abstecken.
Im Gespräch mit Prof. Dr. Peter Steinbach und der Autorin Dr. Simone Ladwig-Winters werden verschiedene Aspekte der strukturellen Gewalt und der individuellen Auswirkungen der Verfolgung, aber auch der Selbstbehauptung ausgelotet.
Univ.-Prof. em. Dr. Peter Steinbach ist Historiker und Politikwissenschaftler;er lehrte an der Universität Passau, der Freien Universität Berlin sowie an den Universitäten Karlsruhe und Mannheim. Zusammen mit Professor Johannes Tuchel leitet er die Gedenkstätte Deutscher Widerstand.
Dr. Simone Ladwig-Winters forscht zu verschiedenen Themen der deutsch-jüdischen Geschichte, u.a. der sogenannten Arisierung des Warenhausunternehmens Wertheim. Sie leitet das Ausstellungsprojekt WIR WAREN NACHBARN.
Donnerstag, 20.10.2022, 18:00 Uhr
Ausstellungshalle Rathaus Schöneberg