„Wie und wozu sollte Demokratie gemessen werden?“

Tagung/Seminar/Workshop
17. Juni 2022
10:00 - 16:00 Uhr
Ort: Digital
Veranstalter: Institut für Demokratie und Zivilgesellschaft

Sehr geehrte Damen und Herren,
um auf aktuelle Entwicklungen und Herausforderungen der demokratischen Kultur rechtzeitig und gezielt reagieren zu können, ist die Messung und Erforschung demokratiebezogener Einstellungen un- erlässlich. Bisher findet diese in Deutschland auf der Basis einer Vielzahl verschiedener Studien, oft
auf Landes- oder kommunaler Ebene, statt. Doch wo bestehen Lücken, Bedarfe und welche Perspektiven und Möglichkeiten gibt es für ein Monitoring, das der Politik als Frühwarnsystem und Grundlage für demokratiefördernde Maßnahmen dienen kann und die sozialwissenschaftliche Demokratieforschung auch für die Praxis stärkt?
Mit diesen Fragen befasst sich eine Machbarkeitsstudie zur Einführung eines Demokratie-Kompasses, die derzeit im Auftrag des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) durch ein Konsortium von Wissenschaftler:innen der Universitäten Leipzig, Jena und Duisburg-Essen sowie des Instituts für Demokratie und Zivilgesellschaft (IDZ) durchgeführt wird (https://www.idz-jena.de/forschung/forschungsfelderkundung-und-machbarkeitsstudie-zur-einfuehrung-eines-demokratie-kompasses-mstdk).
Wir möchten zivilgesellschaftlichen Akteur:innen der Demokratieförderung und Demokratiearbeit aus ganz Deutschland ein offenes Forum des Austauschs über ihre Wahrnehmungen, Bedarfe und Vorstellungen zu diesen Fragen bieten. Deshalb laden wir Sie herzlich zu einem digitalen Fachtag am Freitag, dem 17. Juni 2022, von 10:00 Uhr bis 16:00 Uhr via ZOOM ein. In gemeinsamer Diskussion und in thematisch fokussierten Kleingruppen sollen folgende Fragen vertieft werden:
Welche Themengebiete sollten aus Ihrer Sicht bei der Erforschung der demokratischen Kultur und in einem Monitoring Berücksichtigung finden? Welche Erkenntnisbedarfe haben Sie – auf welche praxisrelevanten Fragen müsste ein Monitoring der demokratischen Kultur Antworten finden? Wie sollten Forschungsergebnisse zu demokratierelevanten Einstellungen und Wahrnehmungen der Bevölkerung für die zivilgesellschaftliche Praxis zur Verfügung gestellt werden? Wo sehen Sie Potenziale oder Defizite? Wir würden Sie bitten, diese Einladung auch an Ihre Netzwerkpartner:innen und weitere mögliche Interessent:innen weiterzuleiten. Das ausführliche Programm des Fachtags und die Informationen zur Anmeldung entnehmen Sie bitte dem Anhang.

Bei Rückfragen können Sie sich gerne an mich wenden: axel.salheiser@idz-jena.de.
Mit freundlichen Grüßen im Namen des Projekt-Teams der Machbarkeitsstudie
Dr. Axel Salheiser (IDZ Jena)

Programm

ab 9:45 Uhr
Ankommen und Warm-Up

10:00 Uhr
Eröffnung und Begrüßung
Dr. Axel Salheiser (IDZ Jena – Gesamtmoderation des Fachtags)

10:15 Uhr
Grußwort
Michael Tetzlaff (Leiter der Abteilung Demokratie und Engagement im Bundesministerium für Familie,
Senioren, Frauen und Jugend)

10:25 Uhr
Einleitungsvortrag: Demokratie und demokratische Kultur erforschen – Grundlagen aus Theorie und Praxis
Prof. Dr. Susanne Pickel (Universität Duisburg-Essen) und Dr. Axel Salheiser (IDZ Jena)

11:00 Uhr
Offenes Forum
Moderation: Dr. Axel Salheiser
Ihre Meinung ist uns wichtig! In diesem offenen Forum-Format können Sie sich mit einem Kurzbeitrag beteiligen und Ihre Wahrnehmungen und Bedarfe zur Demokratieforschung schildern oder grundsätzliche Fragen, die Sie in der Praxis bewegen ansprechen. Möglich sind allgemeine Beiträge wie auch solche
zu spezifischen Aspekten der Demokratieforschung. Schildern Sie uns beispielsweise Erfahrungen, die Sie in Ihren Arbeitskontexten oder bei Ihrem Engagement mit der Nutzung von Erkenntnissen aus Bevölkerungsbefragungen zu demokratischen und antidemokratischen Einstellungen gesammelt haben:
- Welche Themen und Aspekte der Demokratieforschung sind für Sie besonders relevant?
- Wo sehen Sie Erkenntnislücken?
- Haben Sie Ideen, wie die Vermittlung wissenschaftlicher Befunde besser mit der Praxis der Demokratieförderung/Demokratiebildung in Einklang gebracht werden könnte?
- Welche Herausforderungen sehen Sie eventuell generell in Bezug auf wissenschaftliche Studien der Einstellungsforschung?
Die Kurzbeiträge sollten maximal 5 Minuten lang sein, damit möglichst viele Teilnehmer:innen zu Wort kommen können. Wenn es die Zeit erlaubt, sind spontane Beiträge und Kommentare möglich. Für die weitere Diskussionen und den Austausch ist in den Breakout-Sessions am Nachmittag ausreichend Zeit.

12:30 Uhr
Mittagspause

13:30 Uhr
Parallele Diskussionsgruppen (Sessions 1–4) (mit Bitte um Zuordnung bei der Anmeldung)

Session 1: Demokratieforschung und Praxisrelevanz
(Moderation: Prof. Dr. Gert Pickel)

Die Messung demokratischer und demokratiefeindlicher Einstellungen kann eine Vielzahl an Themenfeldern umfassen: Demokratieunterstützung und -kritik, Vertrauen in demokratische Institutionen, politische Einstellungen, politische Ideologien (z.B. Rechtsextremismus), Gewaltbereitschaft usw. Welche Aspekte sind aus der Perspektive von Praktiker:innen besonders relevant und sollten bei der Erforschung der demokratischen Kultur Berücksichtigung finden?

Session 2: Wissenstransfer in die Praxis
(Moderation: Johanna von Lenthe)

Um Erkenntnisse aus der Demokratieforschung für zivilgesellschaftliche Akteur:innen bestmöglich nutzbar machen zu können, müssen sie entsprechend zur Verfügung gestellt und vermittelt werden. Welche Bedarfe sehen Sie dabei? Wie kann der Transfer zwischen Wissenschaft und Praxis gestaltet werden?

Session 3: Demokratieforschung und marginalisierte Perspektiven
(Moderation: Dr. Axel Salheiser)

Auch aufgrund ihrer besonderen Betroffenheit von den Auswirklungen demokratiefeindlicher Einstellungen müssen die Bedarfe und Interessen von Angehörigen marginalisierter Gruppen bei der Erforschung demokratiebezogener Einstellungen einen besonderen Stellenwert haben. Welche spezifischen Perspektiven gibt es diesbezüglich und wie können diese bestmöglich berücksichtigt werden?

Session 4: Methodische Zugänge
(Moderation: Prof. Dr. Oliver Decker)

Die Nutzbarkeit von Erkenntnissen aus der Forschung zu demokratiebezogenen Einstellungen hängt auch von ihrer praktisch-methodischen Umsetzung ab – auf welche Art, wann und wie oft sollte die Erforschung erfolgen, wer und wo sollte befragt werden? Welche Bedarfe bestehen hier aus Ihrer Sicht?

15:00 Uhr
Kaffeepause

15:15 Uhr
Gemeinsame Auswertung der Diskussionsgruppe
Moderation: Dr. Axel Salheiser

16:00 Uhr
Abschlussworte und Verabschiedung
Dr. Axel Salheiser

Anmeldung

Zum Fachtag können Sie sich über den nachstehenden Link bis spätestens 10. Juni 2022 anmelden. Aus organisatorischen Gründen ist die Zahl der Teilnehmenden begrenzt. Bitte geben Sie im Anmeldeformular an, an welcher der vier Diskussionsrunden (Sessions) Sie teilnehmen möchten und ob sie einen Wortbeitrag im Rahmen des Offenen Forums beabsichtigen.
Link zu Anmeldung: fachtag-demokratievermessung.eventbrite.de
Die Einwahldaten zur Zoom-Veranstaltung senden wir Ihnen einige Tage vor dem Fachtag per E-Mail zu.
Noch ein wichtiger Hinweis zur Veranstaltung:
Da wir alle Beiträge und Diskussionen des Fachtags dokumentieren und als Impulse für die Machbarkeitsstudie nutzen wollen, werden wir die gesamte Zoom-Veranstaltung (inkl. der Breakout-Sessions) aufzeichnen. Mit Ihrer Anmeldung zum Fachtag erklären Sie Ihre Einwilligung zur Aufzeichnung. Die Aufzeichnung wird nicht veröffentlicht und dient einzig der projektinternen Auswertung für die Machbarkeitsstudie. Dazu werden die Wortbeiträge auszugsweise verschriftlicht bzw. in Stichpunkte überführt und anonymisiert, es wird also keine namentliche Zuordnung der Wortbeiträge und Erwähnung der Sprecher:innen erfolgen. Nach der Auswertung wird die Aufzeichnung gelöscht.
1Die Datenverarbeitung erfolgt DSGVO-konform.

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