In der Gedenkstätte SS-Sonderlager /KZ Hinzert stellt der Historiker Matthias Klein am Donnerstag, 10. November 2016 um 18.30 Uhr die neuesten Erkenntnisse zu Zwangssterilisation und Patientenmorden im Raum Trier zwischen 1933 -1945 vor. Im Mittelpunkt seines Vortrags „Nationalsozialistische ‚Rasenhygiene‘ im Raum Trier . Zwangssterilisationen und Patientenmorde im ehemaligen Regierungsbezirk Trier 1933-1945“ stehen das Trierer „Erbgesundheitsgericht“ der Nazis, die Gesundheitsämter der Region, sowie – was die Patientenmorde betrifft– die ehemalige Heil- und Pfleganstalt der Barmherzigen Brüder in Trier.
Zum Thema
Auf Grundlage des „Gesetzes zur Verhütung erbkranken Nachwuchses“ vom 14. Juli 1933 wurden unter der NS Herrschaft nach Schätzungen zwischen 290.000 und 350.000 Menschen zwangssterilisiert.
Ohne jede Rechtgrundlage und als erste systematische Maßnahme des rassepolitischen Mordprogramms der Nazis erfolgte zwischen 1939 und 1945 die Ermordung von Anstaltspatienten, denen aufgrund ihrer Krankheit bzw. Behinderung das Lebensrecht abgesprochen wurde.
Während dies auf Reichsebene mittlerweile gut erforscht ist, gehört die regionalgeschichtliche Aufarbeitung dieser nationalsozialistischen Verbrechen noch zu den Aufgaben der Zeitgeschichtsforschung.
Im Rahmen des Forschungsprojektes „Nationalsozialistische ‚Rasenhygiene‘ im Raum Trier. Zwangssterilisationen und Patientenmorde im ehemaligen Regierungsbezirk Trier 1933-1945“ geschieht eine systematische Untersuchung dieses Themas für die Region Trier.
Matthias Klein
studierte von 2008 bis 2013 Geschichte und katholische Theologie an der Universität Trier und der Theologischen Fakultät Trier. Seit 2014 arbeitet er im Rahmen des Forschungsprojektes „Nationalsozialistische ‚Rasenhygiene‘ im Raum Trier. Zwangssterilisationen und Patientenmorde im ehemaligen Regierungsbezirk Trier 1933-1945“ unter der Leitung von Prof. Lutz Raphael an seiner Dissertation.