Am Donnerstag, dem 10. Mai 2012 von 10.00 - 17.00 Uhr analysieren und diskutieren auf Einladung der Landeszentrale für politische Bildung Rheinland-Pfalz Expertinnen und Experten aus der Großregion Trier-Luxemburg bei der Fachtagung "Das Großherzogtum Luxemburg unter deutscher Besatzung 1940 - 1945" in der Gedenkstätte SS-Sonderlager/ KZ Hinzert die vielfältigen Aspekte des Themas.
Nach der Begrüßung durch Dr. Dieter Schiffmann, Direktor der Landeszentrale für politische Bildung, spricht Dr. Paul Dostert (Centre de Documentation et de Recherche sur la Résistance, Luxembourg) zu "Luxemburg unter deutscher Besatzung 1940-1945. Ein Volk zwischen Kollaboration und Widerstand". Dr. Beate Welter, Leiterin der Gedenkstätte, präsentiert anschließend "Luxemburger Häftlinge im SS-Sonderlager/KZ Hinzert". Am Nachmittag analysiert Marc Gloden, (Centre de Documentation et de Recherche sur la Résistance) "Die Umsiedlung luxemburgischer Staatsbürger ins Deutsche Reich". Den Abschlussvortrag "Die Zwangsrekrutierung für Wehrmacht und Reichsarbeitsdienst in Luxemburg - ein NS spezifisches Unrecht?" hält Dr. Norbert Franz, Universität Luxemburg.
Luxemburg und die NS-Besatzung
Nach dem Einmarsch der deutschen Wehrmacht in Luxemburg am 10. Mai 1940 ergriffen die Besatzer rigorose Maßnahmen das Großherzogtum dem Deutschen Reich einzuverleiben. Im August '42 wurden 1920 bis 1926 geborene Luxemburger zur deutschen Wehrmacht zwangsrekrutiert. Die Bevölkerung des Großherzogtums reagierte gegen die völkerrechtswidrige Maßnahme mit einem Generalstreik, dem sofort eine Verhaftungswelle folgte. Ein deutsches Standgericht verurteilte im Schnellverfahren willkürlich verhaftete Streikteilnehmer und sprach 21 Todesurteile aus, von denen 20 in der ersten Septemberwoche vor siebzig Jahren in der Nähe des SS-Sonderlagers/KZ Hinzert ausgeführt wurden.
Das SS-Sonderlager/KZ Hinzert
1939 wurde in Hinzert bei Trier ein Polizeihaftlager für "straffällige" Westwallarbeiter errichtet. Es trug die offizielle Bezeichnung "SS-Sonderlager Hinzert". Am 1. Juli 1940 wurde es der Inspektion der Konzentrationslager (IKL) unterstellt. Insgesamt wurden im Hinzerter KZ nachweislich mindestens 321 Menschen ermordet oder starben durch den Lagerterror an Krankheit, Entkräftung oder Hunger.