"...wenn man bedenkt, wie jung wir sind, so kann man nicht an den Tod glauben.“

Lesung
7. August 2023
18:00 Uhr
Ort: Restaurant Feinberg's, Fuggerstraße 35, 10777 Berlin
Veranstalter: Ökumenisches Gedenkzentrum Plötzensee e.V.

Montag, 7. August 2023 | 18 Uhr

 

Restaurant Feinberg’s
Fuggerstraße 35 | 10777 Berlin

„… wenn man bedenkt, wie jung wir sind, so kann man nicht an den Tod glauben.“ 

Ein Abend zum Gedenken an Liane Berkowitz und die anderen Schülerinnen und Schüler der Heilschen Abendschule, die Opfer der NS-Terrorjustiz wurden

- anlässlich des 100. Jahrestages der Geburt von "Lanka" -

mit

Lesungen

unter anderem aus den Briefen von Liane Berkowitz
Charlotta Bjelfvenstam (Schauspielerin)

Musik von Muzet Royal

Information (Pfr. Michael Maillard)

und

Einweihung einer Erinnerungswand  (Entwurf: Christoph Kießig)

 

Eintritt: 20 Euro (inkl. Imbiss und Wasser)

 

Anmeldung unter https://forms.churchdesk.com/f.

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In dem Gebäude, in dem sich heute das Restaurant Feinberg’s befindet, war in der Nazi-Zeit das Abendgymnasium „Private Vorbereitungsanstalt des Dr. Heil“ untergebracht (Fugger­straße 35; damals Augsburger Straße 60)

 

 1939/1940 entstand an der Schule ein Kreis von Schülerinnen und Schülern, die kritisch gegenüber dem NS-Regime eingestellt waren.

 

Unter anderem beteiligten sie sich im Mai 1942 an einer nächtlichen Zettelklebeaktion gegen die NS-Propa­ganda-Ausstellung „Das Sowjet-Paradies“.

 

 Acht Schülerinnen und Schüler wurden 1943 vor Gericht gestellt. Vier von ihnen wurden zum Tode verurteilt und in Plötzensee hingerichtet, drei wurden zu Haftstrafen verurteilt.

 

Die Jüngste war die 19jährige Liane Berkowitz, genannt Lanka. Sie wurde am 5. August 1943 – zwei Tage vor ihrem 20. Geburtstag – in Plötzensee ermordet.

 

Im Gefängnis brachte sie ihre Tochter Irina zur Welt, die wenige Monate später starb.

 

Auch ihr Freund und Vater des Kindes, der 21jährige Friedrich „Remus“ Rehmer, wurde in Plötzensee ermordet.

 

Erhalten sind die Briefe, die Liane aus dem Gefängnis an ihre Mutter schrieb – berührende und erschütternde Zeugnisse des Denkens und Fühlens einer jungen Frau, die im Gefängnis ihrer Hinrichtung entgegensieht. Am 100. Jahrestag von Lianes Geburt und 80. Jahre nach der Ermordung von ihr und ihren Freund*innen wollen wir an diese mutigen jungen Leute erinnern und erstmals an dem Ort, an dem sich ihre Schule befand, ein Gedenk­zeichen anbringen.

 

Aus einem Brief von Liane Berkowitz an ihre Mutter, 28. Februar 1943:
Morgen ist schon der 1. März; wenn man mir vor einem Jahr meine jetzige Lage prophezeit hätte, würde ich laut gelacht haben. Erinnerst Du Dich noch an meine Ausflüge mit Remus vom vorigen Jahr? Wenn man an all das denkt und die Sonne so scheint wie jetzt, wenn man bedenkt, wie jung wir sind, so kann man nicht an den Tod glauben. Mir scheint manchmal alles nur wie ein schlechter Traum, aus dem ich jeden Moment erwachen muss. Leider ist es die rauhe Wirklichkeit.