Was wir von einem Wuppertaler Weltökonomen lernen können

Vortrag/Vorlesung
14. Dezember 2023
19:30 - Uhr
Ort: Forum Robertstraße/ Eingang Wilbergstraße 8
Veranstalter: Verein zur Erforschung der Sozialen Bewegungen im Wuppertal e.V.

Hans Wolfgang Singer wurde 1910 in Elberfeld geboren und starb 2006 in Brighton. Sein Vater Heinrich, ein jüdischer Arzt, durch den 1. Weltkrieg gesundheitlich schwer geschädigt, starb im Dezember 1933 im Zuchthaus Münster. Ebenfalls 1933 verließ Hans Wolfgang Singer Deutschland. Vorher hatte er am Wilhelm-Dörpfeld-Gymnasium Abitur gemacht, wie Prof. i.R. Dr. Reinhard Pfriemauch auch, was  deshalb erwähnt wird, weil während seiner Schulzeit in den 60er Jahren durch die Schulleitung kein Hans Singer geehrt wurde, sondern der oberste Nazilyriker Will Vesper: das Leben von Vater und Sohn Singer ist eine mahnende Erinnerung an den Faschismus und dessen mangelnde Aufarbeitung in beiden Teilen Deutschlands nach 1945, was wir heute angesichts von mehr als 20 Prozent Umfragestimmen für die AfD nicht vergessen sollten.

Für Hans Singer war die Flucht aus Deutschland Wegbereiter dafür, zu einem international herausragenden Ökonomen zu werden. Joseph Schumpeter, in dessen Bonner Vorlesungen er sich als Medizinstudent hineingemogelt hatte, vermittelte ihn zur Promotion an John Maynard Keynes. Und das war erst der Anfang ...

Der Vortrag wird herausarbeiten, dass das wissenschaftliche Lebenswerk und das theoretische Erbe von Hans Wolfgang Singer eine mehr denn je aktuelle Qualifizierung des Etiketts »Herausragender Ökonom« erforderlich machen: der vom Faschismus Vertriebene machte die globale Ungleichheit und deren Überwindung für eine lebenswerte Zukunft der so bezeichneten Entwicklungs-länder zum zentralen Gegenstand seines Schaffens.

Weitere Informationen