In Erinnerung an den vor 81 Jahren von der Wehrmacht begonnenen Zweiten Weltkrieg, am 1. September 1939, zeigt das PRORA-ZENTRUM die o.g. Ausstellung, um beispielhaft vor Augen zu führen, dass das NS-Regime bereits 1933 grausam und zielgerichtet seine Diktatur aufgebaute.
Die deutsch/englische Präsentation der Gedenkstätte Deutscher Widerstand, Berlin, informiert über das wenig bekannte frühe Konzentrationslager "Columbia-Haus" auf dem Tempelhofer Feld, in dem mehr als 8.000 Menschen inhaftiert waren.
Seit Sommer 1933 nutzte die Gestapo die frühere Militärarrestanstalt als Gefängnis für politische Häftlinge, die von SS-Wachmannschaften erniedrigt, misshandelt und gefoltert wurden. Das Columbia-Haus war schnell völlig überfüllt, die Lebensbedingungen für die Insassen wurden immer unerträglicher.
Im Januar 1935 wurde das Columbia-Haus in das System der Konzentrationslager integriert. Anschließend wurde SS-Hauptsturmführer Karl Koch Kommandant des "KZ Columbia". Er war zuvor bereits in mehreren Konzentrationslagern eingesetzt, nach dem April 1936 wurde er Lagerkommandant in Sachsenhausen, Buchenwald und Lublin-Majdanek.
Die Ausstellung beschreibt über 20 Einzelschicksale von Häftlingen, von denen etwa die Hälfte die NS-Zeit nicht überlebte. Mit Auflösung des Konzentrationslagers Columbia-Haus im Jahr 1936 wurden die Häftlinge in das KZ Sachsenhausen überführt. 1938 wurde das Columbia-Haus abgerissen, weil der Platz auf dem Tempelhofer Feld für den Ausbau des Tempelhofer Flughafens benötigt wurde.
Ein umfangreicher Ausstellungskatalog (5,- €) ist im PRORA-ZENTRUM zu erwerben.
(05.09. - 27.22.20202, täglich 10 - 18 Uhr, ab Nov. Mo. - Fr. 10 - 16 Uhr) PRORA-ZENTRUM, Fünfte Str. 6, bei der Jugendherberge, OT Prora, 18609 Binz Tel.: 038393-127921, Mobil 01520-8553184, www.prora-zentrum.de