Geschichte und Nachwirkungen der Nürnberger Rassengesetze 1935-2015
Am 14. Oktober 2015 beginnt im Institut für die Geschichte der deutschen Juden (IGDJ) eine Vortragsreihe, die sich mit der Geschichte und den Nachwirkungen der Nürnberger Rassengesetze befasst, die auf dem 7. Reichsparteitag der NSDAP am 15. September 1935 erlassen wurden.
Gestützt auf ein rassen-ideologisches Konzept, politisch radikalisiert und antisemitisch aufgeladen, begründeten die Nürnberger Gesetze, zu denen das sogenannte Blutschutzgesetz und das Reichsbürgergesetz zählten, einen deutschen Sonderweg der Rassenpolitik. Am Ende der juristischen Ausgrenzung und der sonstigen Maßnahmen des NS-Staates stand die Ermordung der Jüdinnen und Juden.
In der Vortragsreihe befassen sich Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mit der Frage nach den Auswirkungen der Nürnberger Gesetze in der Zeit des NS und nach 1945. Nach Kriegsende konnte zumindest in den deutschen Staaten der Begriff „Rasse“ nicht mehr ohne diesen Kontext gedacht werden. Wie sind Struktur und Bedingungen des post-nationalsozialistischen Rassismus mit und ohne den Begriff der Rasse gefasst?
Die Termine:
14.10.15: Dr. Beate Meyer - Die Nürnberger Gesetze. Entstehung, Entwicklung, Auswirkungen (1935-1945)
In dem Vortrag wird die Entstehung der Nürnberger Gesetze, deren Fortschreibung sowie die jeweilige Bedeutung für die Betroffenen an ausgewählten Beispielen skizziert.
28.10.15: Dr. Regina Mühlhäuser - Sexuelle Gewalt deutscher Soldaten gegen jüdische Frauen. Zum Umgang mit „Rassenschande“ in den besetzten Gebieten
In dem Vortrag wird gefragt, welche Bedeutung der Straftatbestand „Rassenschande“ im Kriegsgebiet im Vergleich zum Reich hatte.
11.11.15: Dr. Miriam Rürup - „Ihnen die deutsche Staatsangehörigkeit aufzuzwingen, ist völkerrechtswidrig“. Der lange Nachhall von Staatenlosigkeit als Verlusterfahrung
Im Vortrag geht es um die Nachwirkungen der NS-Ausbürgerungspolitik, die sich bis weit in die juristische Praxis und den gesellschaftlichen Diskurs der Bundesrepublik hinein fortsetzten.
25.11.15: PD Dr. Ulrich Bielefeld - Rasse und Exklusion in der postsouveränen Nation
In dem Vortrag stehen Fragen nach dem Wandel des Konzepts von Nationalstaatlichkeit im Hinblick auf deren Verhältnis zu Rassismus und Antisemitismus im Zentrum.
Ort: Institut für die Geschichte der deutschen Juden (IGDJ),
Beim Schlump 83 / Ecke Monetastraße, 20144 Hamburg
Beginn: 18.30 Uhr
Eintritt: frei
Die Veranstaltung ist eine Kooperation des Instituts für die Geschichte der deutschen Juden (IGDJ) mit dem Hamburger Institut für Sozialforschung (HIS). Wenden Sie sich gern an uns, wenn Sie Rückfragen haben sollten, oder ein Gespräch mit den Referentinnen und Referenten führen möchten.
Dr. Regine Klose-Wolf
Hamburger Institut für Sozialforschung
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Mittelweg 36, 20148 Hamburg
Tel. 040-414097-12
Presse@his-online.de
Dagmar Wienrich
Institut für die Geschichte der deutschen Juden
Beim Schlump 83
20144 Hamburg
Tel. 040 - 42838 2618 (Mo-Do 9-ca. 15.30 Uhr
igdj@public.uni-hamburg.de
Weitere Informationen:
http://www.his-online.de/veranstaltungen/vortraege-und-diskussionen/9116/reihe-r... zur Vortragsreihe
zur Website des Instituts für die Geschichte der deutschen Juden http://www.igdj-hh.de/veranstaltungen-des-igdj.html
Anhang
Flyer_Vortragsreihe_Rassengesetzte