Vortrag zur Ausstellung „Holocaust im Comic“

Vortrag/Vorlesung
25. April 2012
19:30 - 00:00 Uhr
Ort: KZ-Gedenkstätte Dachau
Veranstalter: Evangelische Versöhnungskirche in der KZ-Gedenkstätte Dachau

„Braune Comic?! Bilder vom rechten Rand der Gesellschaft“ von Ralf Palandt,

Kommunikationswissenschaftler und Medienpädagoge / München


Am Mittwoch, den 25. April 2012 um 19.30 Uhr lädt die Evangelische Versöhnungskirche in den Gesprächsraum der Versöhnungskirche auf dem Gelände der KZ-Gedenkstätte Dachau, Alte Römerstr. 87 zu einem Vortrag „Braune Comic?! Bilder vom rechten Rand der Gesellschaft“ ein. Der Vortrag findet im Rahmen des Begleitprogramms der Ausstellung  „Holocaust im Comic“ statt. Die Ausstellung wird bis Ende September in der Versöhnungskirche zu sehen sein.


Ralf Palandt wird bei der Veranstaltung in die Ausstellung einführen, aber auch das Thema durch den Vortrag „Braune Comic?! Bilder vom rechten Rand der Gesellschaft“ erweitern. Diese „Braunen Comic“ werden über Flugblätter, in Schülerzeitungen, Parteizeitungen und Booklets von Rechts-Rock-CDs verbreitet. So besteht die Gefahr, dass mittels Stereotypen Feindbilder aufgebaut werden, die Emotionen schüren und zu Gewalt führen können. Dabei richtet sich der Hass vor allem gegen das Judentum, den demokratischen Staat, Linke und Punks. Auch die NPD und andere Rechtsextreme nutzen Comics als Verbreitungsmittel ihres Gedankenguts.


Sach- und Geschichtscomics sind immer wieder Gegenstand der Feuilletons und akademischer Veranstaltungen, besonders wenn sie die Zeit und Ereignisse des Dritten Reichs und Zweiten Weltkriegs sowie des Holocausts thematisieren. Bis heute ist strittig, ob Comics ein Medium sind, das sich dazu eignet das Thema Holocaust ernsthaft zu beleuchten. Dem Comic wird von vielen Seiten unterstellt, ein „lustiger“ Zeitvertreib für Kinder und Jugendliche zu sein, der aber nicht zur Auseinandersetzung mit derart erschreckenden Themen eingesetzt werden dürfte. Hier fände eine nahezu automatische Verharmlosung allein schon durch das gewählte Medium statt. Doch eine steigende Zahl von Comics beschäftigt sich - mehr oder minder gelungen - mit der NS-Zeit. Die Ausstellung setzt sich anhand von Beispielen differenziert mit Holocaust-Abbildungen in Comics auseinander. Beispiele davon sind in der Ausstellung in der Versöhnungskirche zu sehen.


Ralf Palandt M. A., Kommunikationswissenschaftler und Medienpädagoge aus München, ist Kurator der Ausstellung „Holocaust im Comic“ und Mitglied der Gesellschaft für Comicforsch-ung. Die Ausstellung „Holocaust im Comic“ ist bis Ende September in der Versöhnungskirche zu sehen. Öffnungszeiten sind Mo. 10.00-12.00, Di.-Sa. 10.00 – 16.00, So. 12.00-13.00 Uhr.


Die Evangelische Versöhnungskirche ist erreichbar durch das Tor nach dem dritten Wachturm an der Alten Römerstr. 87, Dachau.