Vortrag Prof. Dr. Jan Erik Schulte: Die Waffen-SS. Weltanschauungskrieger und Propaganda-Elite

Vortrag/Vorlesung
27. Februar 2025
19:00 Uhr
Ort: Konrad-Adenauer-Allee 46, 46049 Oberhausen
Veranstalter: Gedenkhalle Oberhausen

Die Waffen-SS gehört zu den umstrittensten militärischen Formationen des Zweiten Weltkrieges. Sie war Teil der Schutzstaffel (SS) und entstand gegen Ende 1939 aus verschiedenen SS-Einheiten. Vor allem in der zweiten Kriegshälfte wurde die Waffen-SS um zahlreiche multinationale Kontingente erweitert. Einzelne gut ausgerüstete Verbände errangen militärische Erfolge. Vielfach waren ihre Truppen an Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit beteiligt. Schon in der Vorkriegszeit sollten die bewaffneten Verbände der SS als ideologische und militärische Elite wahrgenommen werden. Während des Zweiten Weltkrieges wurde die Bedeutung der Waffen-SS von der nationalsozialistischen Propaganda systematisch überhöht. Nach 1945 wurde die Geschichte der Waffen-SS bewusst verklärt. Die NS-Propagandabilder wirken bis heute nach.

Prof. Dr. Jan Erik Schulte leitet die Gedenkstätte Hadamar und lehrt Zeitgeschichte an der Ruhr-Universität Bochum. Zu seinen zahlreichen Publikationen zur Geschichte der SS gehören der gemeinsam mit Peter Lieb und Bernd Wegner herausgegebene Sammelband „Die Waffen-SS. Neue Forschungen“ (2014) und der gemeinsam mit Michael Wildt herausgegebene Band „Die SS nach 1945. Entschuldung Narrative, populäre Mythen, europäische Erinnerungsdiskurse“ (2018).

Keine Anmeldung erforderlich, Teilnahme kostenfrei

Die Gedenkhalle Oberhausen ist die älteste Gedenkstätte im Westen Deutschlands, die sich mit den Geschehnissen der Jahre 1933 bis 1945 befasst. Schon 1962 wurde hier eine erste Ausstellung eröffnet. 2010 wurde die Gedenkhalle von Grund auf modernisiert und mit einer neuen Dauerausstellung wiedereröffnet. Seitdem wird auf zeitgemäße Art und Weise, in erweitertem Umfang und großer Genauigkeit die Stadtgeschichte im Kontext der allgemeinen Geschehnisse dargestellt. Mit dem Thema „Zwangsarbeit im Ruhrgebiet“ ist ein thematischer Schwerpunkt gesetzt, der über die Stadtgrenzen hinaus von paradigmatischer Bedeutung ist, da Zwangsarbeiter im gesamten Ruhrgebiet eingesetzt wurden.