„Vor der Freiheit, vor dem Untergang – Gewalt gegen Zwangsarbeiter in der Endphase des zweiten Weltkrieges”

Vortrag/Vorlesung
19. Juni 2013
19:00 - 00:00 Uhr
Ort: Dokumentationszentrum NS-Zwangsarbeit Berlin-Schöneweide
Veranstalter: Dokumentationszentrum NS-Zwangsarbeit Berlin-Schöneweide

Vortrag: Dr. Sven Keller, München

Moderation: Dr. Kim Priemel, Berlin

Begrüßung: Dr. Christine Glauning, Berlin

Noch in den letzten Monaten des Zweiten

Weltkrieges fielen zahllose ausländische

Zwangsarbeiter national-sozialistischen

Gewaltverbrechen zum Opfer: in den evakuierten

Gebieten hinter der Front, als "Banden-angehörige"

oder "Plünderer" in den bombenzerstörten

Großstädten, als Häftlinge in den Gefängnissen und

bei Massenerschießungen der Gestapo. Bis zuletzt

beutete sie das "Dritte Reich" rücksichtslos aus.

Zugleich galten sie als "Feind im Innern" und Gefahr

für die innere Stabili-tät der "Volksgemeinschaft" und

der Heimatfront. Im Chaos der Kriegsendphase und

angesichts der drohen-den Niederlage

symbolisierten die Zwangsarbeiter die bedrohte

Ordnung, sie wurden zur Zielscheibe von

Rachegelüsten und lösten mannigfache Ängste aus,

die in tödliche Gewalt mündeten.

Dr. Sven Keller, Historiker und Politikwissenschaftler.

Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Zeitgeschichte

München-Berlin

Dr. Kim Priemel, Mitarbeiter am Lehrstuhl für

Wirtschafts- und Sozialgeschichte an der Humboldt-

Universität Berlin