Vortrag: Dr. Sven Keller, München
Moderation: Dr. Kim Priemel, Berlin
Begrüßung: Dr. Christine Glauning, Berlin
Noch in den letzten Monaten des Zweiten
Weltkrieges fielen zahllose ausländische
Zwangsarbeiter national-sozialistischen
Gewaltverbrechen zum Opfer: in den evakuierten
Gebieten hinter der Front, als "Banden-angehörige"
oder "Plünderer" in den bombenzerstörten
Großstädten, als Häftlinge in den Gefängnissen und
bei Massenerschießungen der Gestapo. Bis zuletzt
beutete sie das "Dritte Reich" rücksichtslos aus.
Zugleich galten sie als "Feind im Innern" und Gefahr
für die innere Stabili-tät der "Volksgemeinschaft" und
der Heimatfront. Im Chaos der Kriegsendphase und
angesichts der drohen-den Niederlage
symbolisierten die Zwangsarbeiter die bedrohte
Ordnung, sie wurden zur Zielscheibe von
Rachegelüsten und lösten mannigfache Ängste aus,
die in tödliche Gewalt mündeten.
Dr. Sven Keller, Historiker und Politikwissenschaftler.
Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Zeitgeschichte
München-Berlin
Dr. Kim Priemel, Mitarbeiter am Lehrstuhl für
Wirtschafts- und Sozialgeschichte an der Humboldt-
Universität Berlin