Am 13. Oktober 1942 trafen vier Frauen aus dem KZ Ravensbrück in Dachau ein. Sie wurden als erste weibliche Häftlinge registriert. Der SS‑Arzt Sigmund Rascher hatte die Frauen angefordert, um sie für wissenschaftlich unsinnige, voyeuristisch motivierte Versuche zu missbrauchen. Diese Frauen blieben nur einige Monate in Dachau. Erst im April 1944 wurden wieder Frauen dorthin verschleppt, wo sie im Häftlingsbordell arbeiten mussten – ihre Leiden wurden nach 1945 nicht als NS‑Verfolgung anerkannt. Bis zur Befreiung waren insgesamt fast 8.000 Frauen im Dachauer KZ‑System, mehr als 5.000 von ihnen waren jüdische Ungarinnen.
Im Gedenkgottesdienst wird an die weiblichen Häftlinge im KZ Dachau erinnert. Dabei erklingen auch Werke von in der NS‑Zeit verfolgten Komponistinnen und Lieder, die von Frauen in Konzentrationslagern gesungen wurden. Die musikalische Gestaltung übernimmt das ensemble quintessenz, hervorgegangen aus einem Quintett des Dachauer Ignaz‑Taschner‑Gymnasiums, unter Leitung von Jutta Wörther.