NS-Dokumentationszentrum München, Auditorium
Eintritt frei.
Veranstalter: NS-Dokumentationszentrum München in Kooperation mit der KZ-Gedenkstätte Dachau und dem Evangelischen Bildungswerk Regensburg
Von März bis Juni 1942 wurden Tausende Juden aus Deutschland in den Distrikt Lublin „evakuiert“. Sie fielen der „Aktion Reinhardt“ zum Opfer, wie der Deckname für die systematische Ermordung von 1,7 Millionen Juden im „Generalgouvernement“ des durch Deutschland besetzten Polens lautete. Die sogenannten „Transitghettos“ wie Izbica und Piaski waren ihre letzte Station bevor sie in die Vernichtungslager Bełžec, Sobibór und Majdanek deportiert und dort ermordert wurden. Die Existenz dieser Transitlager sowie das Leiden dort ist bis heute wenig erforscht. Wiesław Wysok befasst sich in seinem Vortrag mit den deutschen Juden aus Bayern – Franken, Augsburg, Würzburg, Bamberg, Fürth und München – in den Transitghettos im Distrikt Lublin. Wie sahen die Lebensbedingungen in diesen Durchgangsghettos aus? Wie gestaltete sich das Zusammenleben der verschiedenen Gruppen von Deportierten? Welche Spuren und Hinweise auf diese Lager existieren heute noch? Der Vortrag beleuchtet das Leben und Leiden an diesen vergessenen Orten des Holocaust.
Wiesław Wysok ist didaktischer Leiter der Bildungsarbeit im Staatlichen Museum in Majdanek. Er hat zur Theorie und Praxis der Erinnerungspädagogik und Gedenkkultur sowie zur Geschichte der osteuropäischen Juden geforscht und publiziert.