Vom KdF-Bad zur Wellness-Oase?

Vortrag/Vorlesung
Diskussion/Gespräch
22. Juli 2022
19:00 - Uhr
Ort: Ziegelhüttenweg 38, 67574 Osthofen
Veranstalter: Landeszentrale für politische Bildung Rheinland-Pfalz

Seit 2021 und noch bis 2026 beherbergt die Gedenkstätte KZ Osthofen die fotokünstlerische Arbeit "Scherben von Prora" des Mainzer Künstlers Markus Georg Reintgen. Das Kunstwerk war u.a. Teil des europäischen Kulturerbejahrs 2018 und wurde mit dem 3. Preis des Altiero-Spinelli-Preises durch die EU -Kommission ausgezeichnet.

In Kurzvorträgen und einer Diskussionsrunde am Freitag, 22. Juli 2022 um 19.00 Uhr steht in der Gedenkstätte KZ Osthofen (Ziegelhüttenweg 38) der Umgang mit den Bauhinterlassenschaften des Nationalsozialismus und der DDR in Prora im Mittelpunkt. Auch der Entstehungsprozess der "Scherben von Prora" wird dabei beleuchtet werden. Die Veranstaltung ist eine Kooperation der Landeszentrale für politische Bildung Rheinland-Pfalz mit der Landeszentrale für politische Bildung Mecklenburg-Vorpommern, dem Dokumentationszentrum Prora und dem Dachverein Bildungs- und Dokumentationszentrum Prora e.V., welche die Arbeit am authentischen Ort in Binz auf Rügen vorstellen werden.

Eine vorherige Anmeldung unter info@remove-this.ns-dokuzentrum-rlp.de / 06242-910810 ist bis zum 20. Juli erforderlich. Bitte beachten Sie die in der Gedenkstätte gültigen Coronaregelungen. Eine digitale Teilnahme an der Veranstaltung via GoToMeeting ist ebenfalls möglich. Sofern eine digitale Teilnahme an der Veranstaltung gewünscht ist, bitten wir um Mitteilung bei der Anmeldung. Der Link wird nach der Anmeldung zugesandt.

Weitere Informationen bei Annika Heinze (annika.heinze@remove-this.ns-dokuzentrum-rlp.de / 06242-910816).

KdF, das Seebad Prora und die DDR

Der Blick der Veranstaltung wird sich auf eine der größten architektonischen Hinterlassenschaften des Nationalsozialismus richten: der als "Kraft durch Freude"-Seebad geplante, zu DDR-Zeiten als einer der größten Militärstandorte genutzte, 4,5 Kilometer lange Gebäudekoloss Prora in der Gemeinde Binz auf Rügen.

Durch die Propagierung der sogenannten "Volksgemeinschaft" wurden viele Menschen von Beginn der NS-Diktatur an ausgegrenzt, verfolgt und teilweise in Konzentrationslagern inhaftiert und getötet. Auch das "Kraft-durch-Freude"-Seebad Prora auf der Insel Rügen kann in diesem Kontext betrachtet werden, da zu Aktivitäten der KdF-Organisation nur Mitglieder der "Volksgemeinschaft" Zutritt hatten. Nach 1945 wurde Prora militärisch genutzt, unter anderem als einer der größten Standorte von Bausoldateneinheiten, der Waffenverweigerer in der DDR.

Absichtlich wird mit der Veranstaltung der Blick über die Landesgrenzen von Rheinland-Pfalz hinausgeworfen.