Vernetztes Gedenken

Tagung/Seminar/Workshop
29. Juni 2023 -
1. Juli 2023
Ort: Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart – Tagungshaus Weingarten, Kirchplatz 7, 88250 Weingarten
Veranstalter: Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart; Projekt Gräberfeld X (Universität Tübingen)

In ganz Deutschland erinnern heute Gedenkstätten an die Opfer der NS-Gewaltherrschaft. Eine besondere Herausforderung stellt das Gedenken an all jene NS-Opfer dar, deren Körper anatomischen Anstalten zu Lehr- oder Forschungszwecken dienen mussten. Der Ort, an dem sie zu NS-Opfern wurden, liegt oft weit entfernt von ihrer Begräbnisstätte. Wie kann eine sinnvolle, dauerhafte Erinnerungsarbeit einer solchen Konstellation gerecht werden?

 

Tagungskosten 

  • inkl. Verpflegung und Übernachtung im EZ 195,00 €
  • inkl. Verpflegung und Übernachtung im DZ 177,00 €
  • ohne Übernachtung und Frühstück 107,00 €

Ermäßigt

  • inkl. Verpflegung und Übernachtung im DZ 159,00 €
  • ohne Übernachtung und Frühstück 89,00 € 

 

Anmeldung und Rückfragen 

Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart
Fachbereich Geschichte
Assistenz: Simone Storck
Im Schellenkönig 61, 70184 Stuttgart
Tel: +49 711 1640 752
E-Mail: storck@akademie-rs.de

Anmeldung  schriftlich spätestens bis zum 14.06.2023. Sie erhalten eine Anmeldebestätigung. Bei Rücktritt von der Anmeldung vom 19.–27.06. (Eingangsdatum) wird Ihnen die Hälfte der Tagungskosten in Rechnung gestellt, danach bzw. bei Fernbleiben die Gesamtkosten. Ersatz durch eine andere Person befreit von Stornogebühren. 

 

Flyer

Weitere Informationen

Inhalt

An die Opfer der NS-Gewaltherrschaft erinnern heute Gedenkstätten in ganz Deutschland. Sie entstanden zumeist an zentralen Orten des NS-Unrechts: auf dem Gelände des Konzentrationslagers Dachau, der Vernichtungsanstalt Grafeneck oder an den zentralen Hinrichtungsstätten in Stuttgart oder Wolfenbüttel. Einen anderen Ansatz verfolgen Projekte wie die „Stolpersteine“, die am letzten Wohnort der NS-Opfer dezentrales Gedenken ermöglichen möchten.

Eine besondere Herausforderung stellt das Gedenken an all jene NS-Opfer dar, deren Körper anatomischen Anstalten zu Lehr- oder Forschungszwecken dienen mussten. Der Ort, an dem sie zu NS-Opfern wurden, liegt oft weit entfernt von ihrer Begräbnisstätte. Wie kann eine sinnvolle, dauerhafte Erinnerungsarbeit einer solchen Konstellation gerecht werden?

Auf derTagung sollen sich die Teilnehmenden mit dieser Problematik befassen. Vernetzung soll dabei in doppelter Weise verstanden werden: zum einen im Sinne einer konzeptionellen, kommunikativen wie auch symbolischen Verbindung zwischen den Orten, zum anderen im Sinne einer digitalen Erschließung der Räume. Bei der Antwort auf diese Frage erscheint es produktiv, über den Zusammenhang von „Peripherie“ und „Zentrum“ nachzudenken. Auf den ersten Blick ist es naheliegend, die Anatomie und ihre Begräbnisstätte als „Zentrum“ zu erachten, denn dorthin kamen in der NS-Zeit Hunderte von Opfern. Doch rückt man die Tat, die den Menschen ihr Leben nahm, in den Mittelpunkt, so kommt der Anatomie nur eine „periphere“ Bedeutung zu. „Zentrum“ und „Peripherie“ erweisen sich mithin als ein Vexierbild.

Neben Vorträgen und Diskussionen wird sich diesen Fragen auch in partizipativen Workshops genähert.