Vortragsveranstaltung mit Dr. Insa Eschebach, Leiterin der Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück, zum Thema:„Verkehr mit Fremdvölkischen“. Die Haftgruppe der wegen „verbotenen Umgangs“ im KZ Ravensbrück inhaftierten FrauenDonnerstag, den 13. Dezember 2012, 19.00 UhrVeranstaltungsort: Gedenkstätte und Museum Trutzhain
Soziale Beziehungen zwischen Deutschen und Ausländern wurden vom NS-Regime kriminalisiert und strafrechtlich verfolgt. Tausende deutscher Frauen verschwanden während der NS-Zeit in Gefängnissen oder Konzentrationslagern, weil sie Zwangsarbeiter oder Kriegsgefangene liebten. Allein im Frauen- KZ Ravensbrück wurden mehr als 3500 Frauen wegen des „verbotenen Umgangs“ mit ausländischen Arbeitskräften und Kriegsgefangenen eingeliefert. Bis heute sind die Schicksale dieser Frauen kaum beachtet.
In ihrem Vortrag wird sich Dr. Insa Eschebach mit den Umgangsverboten und den Lebensbedingungen der kriminalisierten Frauen im KZ Ravensbrück auseinandersetzen.
Dr. Insa Eschebach ist Religionswissenschaftlerin, Publizistin und Pädagogin. Zu ihren Arbeitsschwerpunkten gehören die Geschichte der Konzentrationslager, Aspekte der Täterforschung sowie die Auseinandersetzung mit Erinnerungskultur. Zwischen 1996 und 2001 war Insa Eschebach wissenschaftliche Mitarbeiterin in Forschungsprojekten an der FU Berlin und der Humboldt-Universität Berlin. So war sie u. a. verantwortlich für die Konzeption und wissenschaftliche Leitung der 1999 eröffneten Ausstellung „Die Sprache des Gedenkens“ zur Geschichte der Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück. Seit 2005 ist Insa Eschebach Leiterin dieser Gedenkstätte.