Vergangenheit erinnern, Zukunft gestalten

Tagung/Seminar/Workshop
Konzert
4. September 2024 -
5. September 2024
Ort: Wuppertaler Str. 160, 42653 Solingen
Veranstalter: Zentrum für verfolgte Künste

Bei der Einweihung des Ausstellungshauses von Gerhard Richter am 9. Februar 2024 in Auschwitz sprach Marian Turski, ein Überlebender des Konzentrationslagers Auschwitz, Dr. Jürgen Joseph Kaumkötter, Direktor des Zentrums für verfolgte Künste auf den Künstler Marian Ruzamski an. Turski betonte, dass Ruzamskis Schicksal die grausamen Folgen von Antisemitismus und Verfolgung verdeutlichen, während seine Kunst ein Beispiel für Widerstand und Humanismus darstellt. Trotz traumatischer Erfahrungen im Ersten Weltkrieg, der russischen Revolution und seiner Deportation nach Auschwitz blieb Ruzamskis künstlerisches Werk durchweg positiv und lebensbejahend. Das Solinger Museum nimmt die Anregung Turskis auf und lädt im September 2024 zu einer Tagung ein, um eine Ausstellung mit Werken von Marian Ruzamski im Jahr 2025 vorzubereiten.

Marian Ruzamski, geboren als Sohn eines polnisch-christlichen Notars und einer französischstämmigen Jüdin in Lipnik, Schlesien, wurde 1943 wegen seiner jüdischen Herkunft und einer angeblichen Homosexualität nach Auschwitz deportiert. Trotz der unmenschlichen Lagerbedingungen setzte Ruzamski seine künstlerische Arbeit fort und hinterließ ein beeindruckendes Werk, darunter die „Auschwitz-Mappe“, eine Sammlung von Porträts und Zeichnungen, die als Höhepunkt seines Schaffens und der Kunst des 20. Jahrhunderts angesehen werden. Diese unter extremen Bedingungen entstandenen Arbeiten zeugen von einer meisterhaften Aquarelltechnik und tiefgreifender Menschlichkeit. Ruzamskis Tod im Konzentrationslager Bergen-Belsen kurz vor der Befreiung durch die Alliierten und die anschließende Bewahrung seiner Werke durch Überlebende und Freunde unterstreichen die Wertschätzung und Bedeutung seines künstlerischen Erbes. Seine Kunst bietet einen Einblick in das Leid und die Hoffnung eines Künstlers während der dunkelsten Stunden der Geschichte und bleibt ein mahnendes Zeugnis für Humanismus und gegen Rassismus und Antisemitismus.

Zielsetzung der Tagung:

  • Aufklärung über die Geschichte und das Schicksal von Marian Ruzamski als Beispiel für die Auswirkungen von Antisemitismus.
  • Sensibilisierung für die Bedeutung von Antisemitismusprävention in der heutigen Gesellschaft.
  • Förderung des Dialogs zwischen Wissenschaftler:innen, Pädagog:innen, Künstler:innen und der breiten Öffentlichkeit über Wege zur Bekämpfung von Antisemitismus und Diskriminierung im Kontext der Kunst.

Die deutsch-polnische Tagung wird simultan gedolmetscht und findet im Ratssaal des Museums Zentrum für verfolgte Künste in Solingen statt. Die Antisemitismusbeauftragte des Landes Nordrhein-Westfalen und das Polnische Institut Düsseldorf unterstützen die Tagung.

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