Unmittelbar nach der NS-Machtübernahme kam es auch auf dem Gebiet der Gesundheitspolitik und im öffentlichen Gesundheitswesen zu tiefgreifenden Umbrüchen. Auf der Grundlage des „Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums“ vom 7. April 1933 wurden jüdische und politisch missliebige Ärztinnen und Ärzte aus dem staatlichen und kommunalen Gesundheitswesen entfernt. Die Entlassungen bildeten den Auftakt zu einer Politik systematischer Entrechtung und ökonomischer Ausgrenzung, die 1938 mit dem Entzug der Approbation für alle jüdischen Mediziner einen vorläufigen Schlusspunkt fand. Zahlreiche Ärztinnen und Ärzte mussten emigrieren, töteten sich selbst oder wurden schließlich Opfer der Shoah.
Im Rahmen eines Forschungsprojekts der Historischen Kommission zu Berlin wurden die Schicksale der verfolgten Ärztinnen und Ärzte im städtischen Gesundheitswesen Berlins umfangreich recherchiert und sind nun in einer Internet-Datenbank der
Öffentlichkeit zugänglich. Die Untersuchungsergebnisse werden auf der Veranstaltung präsentiert und bilden die Grundlage für ein ehrendes Gedenken an die verfolgten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der städtischen Berliner Krankenhäuser und Gesundheitseinrichtungen.
Das Projekt wurde angeregt durch die Senatsverwaltung für Gesundheit und Soziales Berlin und von der Historischen Kommission zu Berlin in Zusammenarbeit mit dem Landesarchiv Berlin und dem Institut für Geschichte der Medizin der Charité durchgeführt.