Dr. Bernd BraunVerfolgt im Nationalsozialismus – zum Schicksal der Familie des Reichskanzlers Hermann Müller
Am 20. März 1931 verstarb im Alter von nur 54 Jahren Hermann Müller, der langjährige Partei- und Fraktionsvorsitzende der SPD und zweimalige Reichskanzler der Weimarer Republik (1920 und 1928 bis 1930). Die Sozialdemokratie organisierte in Berlin eine beeindruckende Trauerkundgebung, an der mehrere Hunderttausend Menschen teilnahmen. Sie war gleichzeitig auch die letzte Großkundgebung der Weimarer Republik, auf der sich eine breite demokratische Öffentlichkeit unbehelligt artikulieren konnte. Für die Angehörigen Hermann Müllers bedeutete die „Machtergreifung“ Adolf Hitlers am 30. Januar 1933 einen gravierenden Einschnitt. Seine zweite Frau und Witwe Gottliebe Müller, seine beiden Töchter Annemarie und Erika, ja selbst seine greise Mutter Lina Müller gerieten in das nationalsozialistische Räderwerk von rassistischer Ausgrenzung, Diskriminierung und Verfolgung. Über Hermann Müller gibt es bis heute keine wissenschaftliche Gesamtbiographie. Völlig unbekannt und vernachlässigt ist bisher die Rekonstruktion der Geschichte seiner Familie. Der Vortrag präsentiert hierzu die neuesten Forschungs-ergebnisse und zahlreiche bislang unbekannte Fotos und Dokumente, die zum großen Teil aus Familienbesitz stammen.
Dr. Bernd Braun, Historiker, stellvertretender Geschäftsführer der Stiftung Reichspräsident-Friedrich-Ebert-Gedenkstätte in Heidelberg, Lehrbeauftragter am Historischen Seminar der Universität Heidelberg, Kurator der Wanderausstellung „Die Reichskanzler der Weimarer Republik. Zwölf Lebensläufe in Bildern“.
Eintritt: 5 Euro