„Umgeben von Hass und Mitgefühl. Jüdische Autonomie in Polen nach der Shoah 1945-1949“

10. Februar 2017
19:30 - 00:00 Uhr
Ort: Humboldt-Bibliothek | Karolinenstr. 19, 13507 Berlin-Tegel
Veranstalter: Deutsch-Polnische Gesellschaft Berlin| Schlesische Museum Görlitz | Humboldt-Bibliothek Tegel | Lichtig-Verlag

Die Deutsch-Polnische Gesellschaft Berlin lädt ein zur Buchvorstellung „Umgeben von Hass und Mitgefühl. Jüdische Autonomie in Polen nach der Shoah 1945-1949“ mit Gabriel Berger am Freitag, den 10. Februar 2017 um 19.30 Uhr in die Humboldt-Bibliothek in Berlin-Tegel. Neben dem Autor werden auch Zeitzeugen über diese kurze Episode der Blüte jüdischen Lebens berichten und es wird Filmmaterial aus dieser Zeit in jiddischer Sprache gezeigt.

 

Der kurze Traum von einem jüdischen Zuhause im polnischen Niederschlesien


Buchpräsentation mit seltenem Filmmaterial in jiddischer Sprache

Gespräche mit den Zeitzeugen Bella Flajs und Rafał Blau. Moderation: Helga Hirsch, freie Publizistin und Autorin des Buches „Gehen oder bleiben? Juden in Schlesien und Pommern 1945–1957“

Bella Flajs (geb. 1938) kam mit ihrer Familie 1946 aus der Sowjetunion in das von vielen Deutschen noch bewohnte Reichenbach (später Dzierżoniów). Bella Flajs erlebte in den 50er Jahren den Exodus der jüdischen Neusiedler. Sie blieb jedoch in der polnischen Kleinstadt und lebt noch heute dort.

Rafał Blau (geb. 1955) kam erst 1961 mit seinen Eltern nach Dzierżoniów. 1966 wanderte die Familie nach Israel aus. 1990 kehrte Rafał Blau wieder nach Polen zurück und ließ sich in Dzierżoniów nieder. Heute ist er Vorsitzender der Stiftung Beiteinu Chaj (Unser Haus lebt), kümmert sich um den Erhalt der Synagoge und sammelt Spenden dafür.

Die Ansiedlung von überlebenden Juden nach dem 2. Weltkrieg im polnischen Niederschlesien ist bisland nur in Historikerkreisen bekannt. Neben Überlebenden aus den KZs und Zwangsarbeitslagern in ganz Schlesien befanden sich unter ihnen auch viele polnische Juden, die aus der Sowjetunion zurückkehrten. Sie waren während des Krieges dorthin geflüchtet oder mit den Polen aus dem damaligen Ostpolen ins Innere der Sowjetunion deportiert worden.

Gabriel Berger, geb. 1944 in Valence, Frankreich. Lebte zwischen 1948–1957 mit seinen Eltern in Wrocław, seit 1957 in der DDR. 1976 wurde er wegen „Staatsverleumdung“ verurteilt und nach Westberlin abgeschoben. Das Buch „Umgeben von Hass und Mitgefühl“ erschien 2016 im Lichtig-Verlag.

Eintritt frei. Anmeldungen unter 713 89 213 oder E-Mail dpgberlin@remove-this.t-online.de

Eine Veranstaltung der Deutsch-Polnischen Gesellschaft Berlin und dem Schlesischen Museum Görlitz/Kulturreferentin für Schlesien in Zusammenarbeit mit der Humboldt-Bibliothek Tegel und dem Lichtig-Verlag. Mit freundlicher Unterstützung der Chemicell GmbH und des polnischen Fremdenverkehrsamtes.