Bei der Gedenkfeier zur Übergabe sprechen die beiden neunzigjährigen Münchner Shoah-Überlebenden Dr. h.c. Charlotte Knobloch und Ernst Grube. Der Kaufmann Erwin Kahn war das erste jüdische Mordopfer in München nach der NS-„Machtergreifung“. Er wurde am 11. März 1933 verhaftet und am 12. April 1933 bei der ersten Mordaktion der SS an Häftlingen des Konzentrationslagers Dachau mit Kopfschüssen schwerst verletzt, war aber nach einer Notoperation in der Chirurgischen Klinik in der Nußbaumstraße in München außer Lebensgefahr und bei vollem Bewusstsein. Er wurde in der Nacht vom 15. auf den 16. April 1933 im Krankenbett von Wachleuten als lästiger Zeuge ermordet.
Im Anschluss wird um 17.30 Uhr am letzten Wohnhaus von Erwin Kahn vor seiner Verhaftung das Erinnerungszeichen angebracht (Hans-Sachs-Straße 18, 80469 München).