Eine der außergewöhnlichsten Truppen nicht-deutscher Nationalität in Deutschen Diensten waren die sogenannten Trawniki-Männer. Sie setzten sich neben sowjetischen Kriegsgefangenen auch aus einigen ukrainischen Zivilisten und Freiwilligen sowie zwangsverpflichteten Einheimischen des Generalgouvernements zusammen.
Als Arbeitssklaven der Deutschen entwickelten sich die Trawniki-Männer zu einem wesentlichen Faktor bei der Umsetzung der „Aktion Reinhard“, in deren Verlauf sie maßgeblich an der Ermordung von 1,75 Millionen Jüdinnen*Juden in den Vernichtungslagern Belzec, Sobibor und Treblinka beteiligt waren. Nachdem frühere Pläne zur „Lösung der Judenfrage“ wirtschaftlichen und rassenideologischen Überlegungen, die die Plünderung des Vermögens der Verfolgten und die totale Ausbeutung ihrer Arbeitskraft einschlossen, gewichen waren und der Krieg gegen die Sowjetunion neue Möglichkeiten für die Durchsetzung dieser Ziele eröffnet hatte, erreichte die Radikalisierung ihren Höhepunkt. Dr. Angelika Censebrunn-Benz wirft einen Blick auf die Gehilfen der Mordaktionen.
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