Biographie und Karriere des Juristen und Politikers Theodor Maunz (1901-1993) sind ein Beispiel für die personelle Kontinuität der nationalsozialistischen Funktionselite nach 1945. Als Staatsrechtler an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg hatte sich Maunz dem nationalsozialistischen Regime erkennbar angedient, trotzdem gelang ihm nach Kriegsende die Fortführung seiner wissenschaftlichen Tätigkeit. Im Jahr 1952 wechselte er an die Ludwig-Maximilians-Universität München und wurde 1957 bayerischer Minister für Unterricht und Kultus. Ein Amt, von dem er 1964 nach dem öffentlichen Wiederbekanntwerden seiner NS-Vergangenheit zurücktrat.
In ihrem Vortrag geht Anne-Kristin Hübner der Frage nach, durch welche strukturellen und persönlichen Bedingungen es Maunz gelang, seine Karriere in Wissenschaft und Politik an elementaren Schaltstellen eines demokratischen Staates trotz „NS-Belastung“ fortzuführen.
Anne-Kristin Hübner studierte an den Universitäten Göttingen und München Geschichte und Rechtswissenschaften und hat ihre Masterarbeit über „Theodor Maunz: Brüche und Kontinuitäten einer Biographie (1945-1964)“ geschrieben. Sie ist Doktorandin an der Ludwig-Maximilians-Universität und dem Institut für Zeitgeschichte in München.
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