Themenreihe von Gedenkstätte und VHS: Sinti und Roma

Colloquium
19. April 2012
19:00 - 00:00 Uhr
Ort: Gedenkstätte für die Bonner Opfer des Nationalsozialismus - An der Synagoge e.V.
Veranstalter: Gedenkstätte für die Bonner Opfer des Nationalsozialismus - An der Synagoge e.V.

Sinti und Roma leben seit über 600 Jahren in Europa. Spätestens seit Beginn des 16. Jahrhunderts waren sie zahlreichen Formen von Diskriminierung und Verfolgung ausgesetzt und zur Zeit des Nationalsozialismus Opfer eines Völkermordes. Heute sind sie in unterschiedlicher Stärke in allen Ländern Europas vertreten. Die meisten leben in den neuen EU-Mitgliedsstaaten und auf dem Balkan, wo sie in den vergangenen zwei Jahrzehnten häufig offener Verfolgung ausgesetzt waren und sind.


In einer gemeinsamen Themenreihe der Gedenkstätte Bonn und der VHS Bonn wird die Situation der Sinti und Roma in Geschichte und Gegenwart vorgestellt.


Den ersten Vortrag in dieser Reihe hält am Donnerstag, 19. April 2012, um 19.00 Uhr in der Gedenkstätte Bonn, Seminarraum, Franziskanerstr. 9


Dr. Karola Fings: „Völkermord an den Sinti und Roma und der lange Weg zur Anerkennung“


Während des Nationalsozialismus wurden Tausende Sinti und Roma aus dem Rheinland und Westfalen Opfer der NS-Rassenpolitik. Nach 1945 gelang es jedoch ihren ehemaligen Peinigern, diese Verfolgung zu leugnen. Die Folgen waren für die wenigen Überlebenden so schwerwiegend, dass sie von einer „zweiten Verfolgung“ sprachen. Doch auch deren Nachkommen sind bis heute von der Leugnung des Völkermordes belastet. Anhand von Beispielen auch aus Bonn wird dieses lange Jahre vernachlässigte Kapitel von der Referentin anschaulich dargestellt.


Dr. Karola Fings ist Historikerin und seit 2003 stellvertretende Direktorin des NS-Dokumentationszentrums der Stadt Köln. Die Geschichte der NS-Zigeunerverfolgung ist eines ihrer zentralen Forschungsgebiete. Gerade erscheint zum Thema ein Sammelband, den sie gemeinsam mit Ulrich F. Opfermann für den Arbeitskreis der NS-Gedenkstätten und Erinnerungsorte in Nordrhein-Westfalen herausgibt.