Eine bereits betagte berühmte Schriftstellerin, Zofia Lass, (scheinbare) Verfasserin des erfolgreichen Romans „Die Wand zwischen uns“ wird besucht von einer jüngeren (scheinbaren) Verehrerin, Irene. Irene war vom ersten Lesen dieses weltberühmten Romans an der Überzeugung, dass dieser ihre eigene Lebensgeschichte erzählt. Jahrzehnte später bestätigt sich ihr Verdacht. Es handelt sich bei dem angeblich fiktiven Text in Wahrheit um die Tagebuchaufzeichnungen ihrer Mutter, die ebenso wie ihr Vater im Warschauer Ghetto ums Leben gekommen ist. Mit dieser Erkenntnis trifft Irene die Jugendfreundin ihrer Mutter, Zofia Lass, die sich als Verfasserin des Romans ausgibt und mit seiner Veröffentlichung großen Ruhm und Reichtum erlangt hat. Irene klagt Zofia Lass an, mit dieser Lüge ihre beste Freundin nun zum zweiten Mal getötet zu haben. „Zyanid um fünf“ ist ein dunkles und beißendes Schauspiel mit teils komödiantischen Zügen, das sich zum psychologischen Thriller steigert. Pavel Kohouts fesselndes Stück thematisiert den Umgang mit politischer und persönlicher Geschichte im Zeitalter medialer Verwertbarkeit. „Zyanid um fünf“ beschäftigt sich auf spannende Weise damit, wie Profit auf Kosten von Opfern des Holocaust gemacht wird. Das Stück basiert auf der Novelle „Die Mauer zwischen uns“ der polnisch-jüdischen Autorin Tecia Werbowski. „Zyanid um fünf“ wird am Sonntag, dem 25. November 2012, um 15 Uhr in der Gedenkstätte Augustaschacht aufgeführt. Kartenbestellungen sind erforderlich und nur unter Telefon 05401-834886 möglich. Die weiteren Aufführungsorte ab dem 20.11.2012 entnehmen Sie bitte der anliegenden Postkarte.