Im Rahmen des Symposiums "Theater im Nationalsozialismus" werden einerseits kulturpolitische Utopien und Mythen beleuchtet, andererseits neueste Forschungen zur „realen“ Theaterpolitik des "Dritten Reichs" präsentiert.
Ausgehend von den Planungen Adolf Hitlers für seine „Jugend- und Patenstadt“ wird die Geschichte des Linzer Landestheaters, aber auch die Ausrichtung des Neubaus des Linzer Musiktheaters (Eröffnung April 2013) reflektiert. Das Theater in Hitlers Geburtsstadt Braunau rückt erstmals ins Zentrum der österreichischen Theatergeschichte.
Eines der Ziele der NS-Kulturpolitik war es, die kulturelle Vormachtstellung Wiens zu brechen. Die Tagung hinterfragt somit auch die Positionierung und Gleichschaltung der österreichischen Theater(-politik) innerhalb des "Dritten Reichs" und wirft überdies einen Blick auf unterschiedliche Genres, etwa das Sprechtheater, die Oper und die Operette. Exemplarisch fließen die Biografien von Theater- und Musikschaffenden ein. Weitere Fragen des Symposiums befassen sich mit der NS-Theaterwissenschaft und mit Versuchen, in Österreich nach dem „Anschluss“ ein Theater nach Vorbild des „Jüdischen Kulturbunds“ zu gründen.
Theater im Nationalsozialismus. Symposium, 15./16. März 2013
Ort: Landestheater Linz, Foyer 1. Rang
Freitag, 15.3.2013
14.00–14.30 Begrüßung
Moderation: Franz Huber
14.30–15.30 Birgit Peter: Theaterwissenschaft als Legitimationsdiskurs für NS-Herrschaft
15.30–16.00 Kaffeepause
16.00-17.00 Gerald M. Bauer: Kultur, Politik, Ideologie für Eliten? – Das Theater in der Josefstadt
17.00–18.00 Julia Danielczyk: „Kulturpolitikskultur“ oder wenn Kulturpolitik Parteipolitik bedeutet. Hermann Heinz Ortner: Erfolgreichster NS-Dramatiker und andere Repräsentanten des Theaters im Nationalsozialismus.
Samstag, 16.3.2013
Moderation: Kathrin Bieligk
9.00–10.00 Regina Thumser-Wöhs: „Gerade wo der Führer von Linz auf dem Gebiete des Theaters besondere Leistungen erwartet…“ – Das Landestheater Linz
10.00-10.30 Kaffeepause
10.30–11.30 Gertrude Stipschitz: „Kriegswichtige Aufgabe und kulturpolitische Mission“ – Die Landesbühne Oberdonau in Braunau am Inn
11.30–12.30 Brigitte Dalinger: „… es geht um mehr als um Theaterspiel“. Zur Tätigkeit des Kulturbundes Deutscher Juden und Versuchen in Wien ab 1938
12.30-14.00 Mittagspause
Moderation: Michael Klügel
14.00-15.00 Marie-Theres Arnbom: 1938. Der Untergang der Operette
16.00–17.00 Sandra Föger: Franz Lehár – für die NS-Kulturpolitik „ein strittiges Problem“
| Kontakt: | Univ.Doz. Mag.Dr. Regina Thumser-Wöhs Johannes Kepler Universität Linz Institut für Neuere Geschichte und Zeitgeschichte Altenbergerstr. 69 A-4040 Linz regina.thumser-woehs@<wbr></wbr>jku.at Tel. 0043/732/2468/8840 Fax. 0043/732/2468/8443 Mobil 0043/699/19113062 |