"Gemeinsam Denkmale erhalten“ ist das Motto des diesjährigen Tags des offenen Denkmals. Wieder werden überall im Land Denkmäler für Besucherinnen und Besucher geöffnet: Auch die Gedenkstätte Ahrensbök ist ein eingetragenes Denkmal, das am Sonntag, den 11. September 2016 von 11 bis 18 Uhr geöffnet sein wird. Die Historikerin Ingaburgh Klatt, Vorsitzende des Trägervereins, lädt um 11 Uhr und um 14 Uhr zu je einer Führung durch die Dauerausstellung „Das frühe KZ“ ein; auf vielen Tafeln wird die Geschichte dieses Denkmals dokumentiert.
Die wechselhafte Vergangenheit des Gebäudes war nicht programmiert. Nachdem Anno 1883 das Wohnhaus des Direktors einer Zuckerfabrik an der Bäderstraße, die von Ahrensbök direkt nach Scharbeutz führt, errichtet wurde, löste in den Folgejahren ein Debakel das andere ab, einem Besitzer folgte der nächste: Die Zuckerfabrik ging ebenso pleite wie Jahre später eine chemische Fabrik. Der Freiwillige Arbeitsdienst (FAD) der Reichsbannerjugend (SPD) musste 1933 nach kurzem Aufenthalt das Haus räumen, weil hier von 3. Oktober bis zum 5. Dezember desselben Jahres ein frühes Konzentrationslager eingerichtet wurde – das einzige erhaltene Gebäude mit dieser Geschichte in Schleswig-Holstein.
Nach den KZ-Häftlingen, die knapp neun Wochen in dem Gebäude inhaftiert waren, folgten von Januar bis Ostern 1934 Ahrensböker Realschüler. Zwei Jahre später entstand eine Flachsröste, in der während der Kriegsjahre Zwangsarbeiter eingesetzt wurden. Es folgten wechselnde Besitzer, bis im Jahr 2000 ein Trägerverein das leer stehende und herunter gekommene Gebäude mit öffentlichen Mitteln der Gemeinde Ahrensbök, des Kreises Ostholstein und des Landes Schleswig-Holstein erwarb und am 8. Mai 2001 die Gedenkstätte eröffnete. 2003 wurde das Haus Gebäudes "wegen der besonderen historischen Bedeutung im öffentlichen Interesse" zum Denkmal erklärt.
Der diesjährige Leitspruch „Gemeinsam Denkmale erhalten“ trifft wie kein anderes Motto auf die Gedenkstätte in Ahrensbök zu. In vieljährigem Einsatz, ideell und manuell, haben die Mitglieder des Trägervereins gemeinsam das Denkmal zu erhalten versucht. In Eigenarbeit wurde verhindert, dass das marode Gebäude - ein damals unbeheiztes, muffiges, feuchtes Haus - nicht verkam. Anfangs wurde ohne öffentliche Hilfe nur unter Einsatz von Mitgliedsbeiträgen und Spenden das Haus mühsam instand gehalten. Allerdings halfen viele freiwillige Helfer – wie die jungen Leute des Bugenhagenwerks oder die Teilnehmenden der jährlichen internationalen Jugendsommerlager. 2008 erhielten der Trägerverein erstmals – dank des Einsatzes der holsteinischen Bundestagsabgeordneten Bettina Hagedorn - finanzielle Hilfe des Bunds. Seit einigen Jahren fließen Landesmittel
Heute ist dem Gebäude seine Vergangenheit nicht anzusehen. In dem inzwischen vollständig renovierten Haus wird während des ganzen Jahres engagierte und interessante Gedenkarbeit geleistet. In Ahrensbök ist es gelungen, „das Denkmal gemeinsam zu erhalten“.
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Die Gedenkstätte ist jeden Sonntag von 14.00 bis 18.00 Uhr und jeden Dienstag von 9.00 bis 12.00 Uhr geöffnet. Sie kann nach Anmeldung auch an anderen Tagen besucht werden. Das Gebäude liegt an der Flachsröste 16 im Ahrensböker Ortsteil Holstendorf an der Bundesstraße 432, Telefon 04525 – 493 060, E mail: gedenkstaetteahrensboek@t-online.de. Eintritt und Führungen sowie Teilnahme an Veranstaltungen sind kostenfrei. Spenden sind willkommen.