Tag des offenen Denkmals: Gedenkstätte Buchenwald

11. September 2016
10:00 - 18:00 Uhr
Ort: Gedenkstätte Buchenwald
Veranstalter: Gedenkstätte Buchenwald

Öffentliche Führung "Neu gestaltet – Die Dauerausstellung 'Buchenwald. Ausgrenzung und Gewalt 1937 bis 1945'"


"Jedem das Seine" – in dieser Inschrift im Haupttor des KZ Buchenwald manifestiert sich die nationalsozialistische Zerschlagung der Rechtsgleichheit und Menschenwürde. In römischer Rechtstradition ursprünglich auf Gerechtigkeit abzielend, behauptete der von der SS absichtlich in sein Gegenteil verkehrte Grundsatz die angeblich aus politischen, sozialen oder biologisch-rassistischen Gründen gebotene brutale Aussonderung von sogenannten Gemeinschaftsfremden. Das ist der Ausgangspunkt für die neue Dauerausstellung. Sie analysiert das von der SS keine zehn Kilometer vom Stadtzentrum Weimars betriebene KZ eingebettet in die Geschichte der deutschen Gesellschaft, die die Lager überwiegend akzeptierte, für gerechtfertigt und notwendig hielt. Die Ausstellung ist auf drei Etagen im eigens restaurierten ehemaligen Kammergebäude, wo im KZ die zivile Habe der Häftlinge verwahrt wurde, untergebracht. Im Erdgeschoss mit dem Prolog der Ausstellung wird der Besucher auch erstmals mit einem Raumwinkel konfrontiert, der scheinbar die Decke durchschneidet. Diese und andere Gestaltungselemente sind ebenso Thema der Führung, wie das Gebäude und die neue Dauerausstellung selbst.

Mit Rikola-Gunnar Lüttgenau, Stellvertretender Direktor, Beginn 10.30 Uhr (Treffpunkt ehemaliges Kammergebäude des Konzentrationslagers Buchenwald). Die Teilnahme ist kostenfrei.


 

Öffentliche Führung "Einseitige Erinnerung – Die Mahnmalsanlage von 1958" und Öffnung des Glockenturms


Auf Beschluss der Regierung der DDR wurde 1954 mit dem Aufbau der „Nationalen Mahn- und Gedenkstätte Buchenwald“ begonnen. Bis 1958 entstand auf der Südseite des Ettersberges ein monumentales Nationaldenkmal. In die Gestaltung wurden drei große Massengräber aus der Zeit des Konzentrationslagers einbezogen. Die Führung stellt das didaktische Konzept der Mahnmalsanlage vor, das dem Besucher einen Weg vom Tod ins Leben weist: nach dem Besuch des ehemaligen Häftlingslagers, vom Krematorium kommend, führt der Weg vorbei an sieben Reliefstelen, die symbolisch für die sieben Jahre des KZ Buchenwald stehen und Szenen aus dem Lagerleben erinnern sollen; am Fuße der Anlage verbindet die „Straße der Nationen“ mit 18 einen Teil der Herkunftsländer von Häftlingen repräsentierenden Pylonen die Ringgräber; durch das letzte hindurch führt der Weg hinauf zum Glockenturm als dem Symbol der Freiheit und des Lichts, davor die weltberühmte, von Fritz Cremer geschaffene Figurengruppe. Im Zentrum dieser Mahnmalsgestaltung stehen die deutschen kommunistischen Widerstandskämpfer.

Mit Daniel Gaede, Pädagogischer Mitarbeiter, Beginn 14.15 Uhr (Treffpunkt Parkplatz am Glockenturm). Die Teilnahme ist kostenfrei.

Der Glockenturm ist an diesem Tag von 10.00 bis 18.00 Uhr zugänglich.

 

Weitere Möglichkeiten zur Auseinandersetzung mit der Geschichte Buchenwalds


In der Gedenkstätte zu besichtigen sind insbesondere:

das ehemalige Lagergelände / Torgebäude mit Arrestzellenbau / Krematorium / Kammergebäude / Desinfektion / SS-Bereiche / Bahnhof / Steinbruch / Denkmale

sowie die ständigen Ausstellungen

·         Geschichte des Konzentrationslagers "Buchenwald. Ausgrenzung und Gewalt 1937 bis 1945"

 

  • Geschichte des sowjetischen Speziallagers Nr. 2 1945–1950
  • Kunstausstellung „Überlebensmittel – Zeugnis – Kunstwerk –
  • Bildgedächtnis“


·         Geschichte der Gedenkstätte Buchenwald seit 1945

Die Ausstellungen sind von 10.00 bis 18 00 Uhr geöffnet, letzter Einlass ist 17.30 Uhr.

Das ehemalige Häftlingslager, der SS-Bereich, die Mahnmalsanlage, die Gräberfelder des sowjetischen Speziallagers Nr. 2 sowie alle weiteren Außenanlagen können bis zum Einbruch der Dunkelheit besichtigt werden.

Der Eintritt ist frei.

Der Förderverein Buchenwald e. V. bietet um 10.30 Uhr, 11.30 Uhr, 12.30 Uhr, 13.30 Uhr und 14.30 Uhr Überblicksführungen für Einzelbesucher an. Treffpunkt ist die Besucherinformation.

Um Spenden wird gebeten.

Die von 9.00 bis 18.20 Uhr geöffnete Besucherinformation verleiht zudem Multimedia-Guides für einen individuellen Rundgang durch die Gedenkstätte.

Das Museumscafé hat von 9.30 bis 17.00 Uhr geöffnet.