Stepan Bandera, die OUN und andere Faschisten in NS-Konzentrationslagern

19. März 2015
18:30 - 00:00 Uhr
Ort: Gedenkstätte und Museum Sachsenhausen
Veranstalter: Gedenkstätte und Museum Sachsenhausen

Vortrag und Diskussion mit Grzegorz Rossolinski-Liebe

Moderation: Prof. Dr. Günter Morsch (Direktor der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätte)


Stepan Bandera (1909-1959) gehörte seit den 1930er Jahren zum Führungskreis der Organisation Ukrainischer Nationalisten (OUN). Von Juli 1941 bis September 1944 war er als einer der sogenannten Sonder- und Ehrenhäftlinge der SS im Zellenbau des KZ Sachsenhausen interniert. Die Einordnung von Banderas Wirken und seiner Person ist in der heutigen Ukraine sehr umstritten. Während er vor allem im Westen des Landes von vielen Ukrainern als Nationalheld verehrt wird, gilt er in der Ostukraine, aber auch in Polen, Russland und Israel überwiegend als Antisemit, Nazi-Kollaborateur und Verbrecher.

Der in Berlin lebende Historiker Grzegorz Rossoliński-Liebe forscht über Holocaust, Nationalismus, Antisemitismus und Faschismus in Mittel- und Osteuropa. Als wissenschaftlicher Mitarbeiter war er u.a. für die Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas tätig. 2012 bis 2014 arbeitete er am Friedrich-Meinecke-Institut der Freien Universität Berlin in einem Postdoc-Projekt über die ukrainische Diaspora und die Erinnerung an den Holocaust in der Ukraine. 2014 hat er seine Dissertation über Stepan Bandera veröffentlicht.