„Sistanagila"

Konzert
7. November 2021
17:00 - 00:00 Uhr
Ort: Steeler Str. 29, 45127 Essen
Veranstalter: Alte Synagoge Essen

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich darf Sie zu einem ganz besonderen Konzert auf Sonntag, den 7. November 2021 um 17.00 Uhr einladen. In Berlin hat sich eine Gruppe von fünf Musikern gebildet, die iranischer und israelischer Herkunft sind und zusammen spielen. Dies ist ein ganz besonderes Zeichen angesichts der politischen Lage zwischen den beiden Ländern, die seit 1979 von Misstrauen und Feindschaft, wie auch von Terroranschlägen geprägt ist. Sie nennen sich "Sistanagila" nach dem Namen der iranischen Provinz Sistan und Belutschistan und dem sehr populären israelischen Volkslied "Hava Nagila" (d.h. "Lasst uns freuen"):

"Sistanagila":

Aufgrund der aktuellen politischen Spannungen haben sich in Berlin lebende israelische und iranische Musiker zusammengetan, um durch die Universalsprache Musik den Dialog zu suchen. Durch den künstlerischen Austauschprozess soll ein offener und sensibler Umgang mit dem Konflikt ermöglicht werden.

Um die religiösen Elemente genauso wie die eher moderne, nationale Identität der Kulturen zum Ausdruck zu bringen, bedienen sich die Musiker*innen sowohl bei folkloristischen und religiösen Melodien aus Klezmer, sephardischer und traditioneller persischer Musik als auch bei modernen und klassischen Kompositionen.

Im abschließenden Teil verschmelzen die jeweils unterschiedlichen Melodien und Motive in den eigens für dieses Programm komponierten Stücken zu einer synthetischen Einheit. Mit symbolischem Wert: Unterschiedliche Eigenarten führen nicht zwangsläufig zu Konflikten - sondern auch zu Bereicherungen.

Besetzung:

Yuval Halpern - Komponist/Gesang, Jawad Salkhordeh - Persische Perkussion, Hemad Darabi - Gitarre, Avi Albers Ben Chamo - Kontrabas, Omri Abramov - Saxophon

Dies lässt auch an die iranisch-jüdische Geschichte denken, die nach mündlicher Tradition auf 2500 Jahre zurückgeht. Zur Zeit von Kaiser Kyros siedelten sich Juden im Iran an. Weitere zerstreute Nachrichten gibt es aus dem Mittelalter, etwa für Isfahan (Benjamin mi-Tudela). Im 17. Jahrhundert übten einzelne Herrscher Druck auf eine Konversion zum Islam aus, andere erlaubten die Rückkehr zum Judentum. Im 19. Jahrhundert errichtete die französische Alliance Israelite Universelle 34 moderne jüdische Schulen. Im Rahmen einer politischen Reform wurde Juden 1906 ein Sitz im Parlament eingeräumt, was bis heute gilt. Bis 1979 lebten 80.000 Juden im Iran. Nach der Machtergreifung von Ayatollah Chomeini 1979 wanderten die meisten aus. 10.000 sollen heute im Iran vor allem in Teheran und Isfahan leben. Sie dürfen nicht Offiziere und Richter sein und keine Verbindungen Richtung Israel unterhalten.

Der Eintritt zum Konzert ist frei. Die Platzzahl ist auf 70 begrenzt. Wer einen sicheren Platz haben möchte, melde sich bitte im Sekretariat an: Tel. 0201 88 45 218 (wochentags). Es gilt die 3 G Regel, d.h. Impfzertifikat, Nachweis einer Genesung oder aktuellen Negativtest. Bitte nehmen Sie Ihren Personalausweis mit.


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