Initiative Geschichte vermittelnDaniela Schmohl
Auch nach Ende des Zweiten Weltkrieges wurden Sinti und Roma weiterhin diskriminiert – sei es durch die lange nicht erfolgte Entschädigung in der Bundesrepublik und der DDR oder durch das Fortbestehen antiziganistischer Gesetzgebung. Die in der Bundesrepublik lebenden Sinti und Roma erstritten erst durch Selbstermächtigung und die Bürgerrechtsbewegung letztlich die Anerkennung als „rassisch Verfolgte“ bis hin zur Beachtung der Gruppe der Sinti und Roma innerhalb des erinnerungspolitischen Kanons.
Daniela Schmohl ist Historikerin und vertritt die Initiative Geschichte vermitteln, die sich mit historisch-politischer Bildung zu Antisemitismus und Antiromaismus beschäftigt.
RomAmoR Vortragsreihe
Die Verfolgung der Sinti und Roma fand in der völkisch-rassistischen Politik der Nationalsozialisten ihre Fortsetzung aus jahrhundertelanger Verfolgung: Hunderttausende Sinti und Roma wurden zwangssterilisiert, in Konzentrationslager verschleppt, mussten Zwangsarbeit leisten und wurden in den Vernichtungslagern ermordet. Die Geschichte des Porajmos, des Holocaust an den europäischen Roma und Sinti, ist nach wie vor recht unbekannt. Zentrale Denkmäler gibt es erst seit 2012. Eine Vorlesungsreihe im Rahmen von RomAmoR informiert über die Geschichte der Verfolgung von Sinti und Roma.
Gefördert im Rahmen des Landesprogrammes „Weltoffenes Sachsen für Demokratie und Toleranz“ (WOS).
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