Vortrag mit Peter B. Loewenberg
Die Nürnberger Gesetze unterteilten die Deutschen nicht nur in „Arier“ und „Nichtarier“, sondern hatten auch Kategorien für eine gemischte Herkunft. Obwohl die meisten wenigstens zeitweilig von den Gräueln des Massenmordes verschont blieben, waren die sogenannten „Halbjuden“ weitgehend stigma-tisiert und marginalisiert. Loewenberg wird von einigen Erlebnissen seiner Eltern, beide „Misch-linge ersten Grades“, berichten. Er wird von den Umständen ihrer Lebens- und Überlebenskämpfe zur Hitler-Zeit erzählen. Seine Eltern erfuhren dabei Hilfe durch bekannte und in Vergessenheit geratene Mitglieder der Bekennenden Kirche und gelegentlich sogar durch überzeugte Nazis.
Die Erlebnisse während des Angriffs auf das Haus seines jüdischen Großvaters Harry Loewen-berg in Kleinmachnow in der Pogrom-nacht 1938 werden ebenso zu Sprache kommen wie die Erfahrungen einzelner Mitglieder seiner weitver-zweigten Familie während der Verfolgung.
Peter Boguslaw Loewenberg, geb. 1946 in Salzgitter, 1953 Auswanderung in die USA, 1969 Erwerb des B. Sc. in Biologie und Geschichte, Studium der Rechtswissen-schaften (New York Univ.), 1972 Dr. jur., im US-Arbeits- u. Justizministerium, 1975 Anwalt (US-Verteidigungs-ministerium). 1985 stellvertretender US-Staatsanwalt, 1990 US-Bundesstaatsanwalt der Betrugsabteilung in der Strafkammer des US-Justizministeriums. 1996 Übernahme der Dienststelle für Sonderermittlungen („Nazi-Jäger der Vereinigten Staaten“).