| Vortrag „erfasst, verfolgt, vernichtet. Euthanasie in der NS-Zeit“ von Renate Rosenau in der Gedenkstätte SS-Sonderlager/KZ Hinzert am Dienstag, 10. Mai 2016 / Eintritt frei |
Am Dienstag,10. Mai 2016um 18.30 Uhr präsentiert Renate Rosenau in der Gedenkstätte SS-Sonderlager/KZ Hinzert in ihrem Vortrag „erfasst, verfolgt, vernichtet. Euthanasie in der NS-Zeit“ anhand von Einzelschicksalen die aktuellen Erkenntnisse zum NS-Vernichtungsprogramm, der sog. „T4-Aktion“.
Zum Vortrag
Wie brachten die Nazis medizinische Fachkräfte, Richter und Verwaltungspersonal dazu zum angeblichen „Volkswohl“ Kinder und Erwachsene zu erfassen, zu verfolgten und schließlich zu ermorden?
Renate Rosenau, geb. 1941, ist Einzelschicksalen aus dem Gebiet des heutigen Rheinland-Pfalz nachgegangen und schildert die schrecklichen Erlebnisse von Menschen, die dem Wahn der „Erbgesundheit“ und „Rassenhygiene“ zum Opfer fielen.
Unter ihnen traf es 1938 Anna F., die gegen ihren heftigen Widerstand auf Beschluss des Erbgesundheitsgerichts „im Interesse des Volksganzen“ sterilisiert und 1941 in der Tötungsanstalt Hadamar vergast wurde.
Ihren verwaisten Söhnen, die bei der Großmutter aufwuchsen, versagten die Nazis 1941 sogar die Kinderbeihilfe. Sie galten zwar als „arische Volksgenossen“, aufgrund der psychischen Erkrankung ihrer ermordeten Mutter hielten die Nazi-Behörden sie aber für „nicht förderungsfähig“.
In dem Schicksal dieser Familie bündeln sich die unterschiedlichen Maßnahmen der Nationalsozialisten. Nach 1934 wurden zuerst 350.000-400.000 Menschen sterilisiert. Viel von ihnen mussten nicht nur das seelische Leid erdulden, sondern starben oder litten ihr Leben lang auch körperlich an den Folgen der Operationen. Ab 1940 fielen mehr als 70.000 Menschen der so genannten „Euthanasie“, dem angeblichen „Gnadentod“ im Rahmen der „T4-Aktion“, zum Opfer.