Die AG "Jüdische Studien" am Ludwig-Uhland-lnstitut für Empirische Kulturwissenschaft lädt zum öffentlichen Vortrag ein: Die Kulturwissenschaftlerin Julia Gilfert spricht zu "Rechten begegnen - Wie deutsche Gedenkstätten und Geschichtsorte mit rechtsextremer Einflussnahme umgehen"
In den vergangenen Jahren sind KZ-Gedenkstätten und NS-Dokumentationen mehr und mehr in den Fokus rechter Geschichts- und Identitätspolitik gerückt. Menschen aus der rechten Szene nehmen auf vielfältige Art und Weise Einfluss auf diese Orte, etwa indem sie sie ablehnen - oder für sich beanspruchen. Aber wessen Geschichte wird dort eigentlich erzählt? Wer darf sich diese Orte "aneignen" und wer nicht? Und wie gehen die Institutionen und ihre Mitarbeitenden mit dieser Herausforderung um? In ihrem Dissertationsprojekt geht die Kulturwissenschaftlerin Julia Gilfert genau diesen Fragen nach. Ihre Hypothese: Rechte Einflussnahme auf Geschichtsorte und der Umgang damit bilden ein dynamisches Gefüge, in dem sich die Akteur:innen mithilfe verschiedenster Praktiken und Ressourcen fortwährend gegenseitig herausfordern.