Raubkunst In Essen und Deutschland: der aktuelle Stand

5. März 2015
19:30 - 00:00 Uhr
Ort: Alte Synagoge Essen
Veranstalter: Alte Synagoge Essen

(Ersatztermin für die Veranstaltung am 06.11.14 "Raubkunst In Essen und Deutschland: der aktuelle Stand")

Dr. Tobia Bezzola, Direktor des Folkwang Museum

Nach 1933 wurden die deutschen Juden zu Flucht und Exil gedrängt. Sie mussten einen großen Teil ihrer Habe unter Zeitdruck verkaufen. Im Kunsthandel spielten jüdischen Geschäftsleute eine nicht unbedeutende Rolle, besonders im Bereich der modernen Kunst waren sie sehr präsent. Oft waren wohlhabende jüdische Kaufleute Besitzer von Sammlungen: in Essen etwa der Bankier Georg Hirschland oder der Rechtsanwalt Salomon Heinemann, beide zudem Mitbegründer des bis heute existierenden Folkwang-Musemsvereins. Museen und Einzelpersonen bereicherten sich in der NS-Zeit. Andere Werke mussten als „entartet“ aus der Sammlung entfernt werden und wurden im internationalen Kunsthandel verkauft oder sogar vernichtet. Wie stark war das Folkwang-Museum betroffen?

Im Rahmen der „Wiedergutmachung“ wurden nach 1952 gewisse Kunstwerke restituiert oder Schadensersatz gezahlt, doch in vielen Fällen geschah dies nicht.

Gewisse Museen verwischten sogar bewusst Spuren. Wie ist der Stand heute?

Mario-Andreas von Lüttichau wurde 1952 in München geboren. Er studierte dort Kunstgeschichte und promovierte 1983. Nach Volontariaten an den Staatlichen

Museen in München arbeitete er von 1986 bis 1988 als wissenschaftlicher

Assistent an der Berlinischen Galerie für Kunst des 20. Jahrhunderts.

Von 1988 bis 1991 war Mario-Andreas von Lüttichau wissenschaftlicher Assistent

am Städtischen Kunstmuseum Bonn. Seit 1991 Jahren ist er Kustos für Gemälde und Skulpturen des 19. und 20. Jahrhunderts am Museum Folkwang in Essen.

Von Lüttichau hat Lehraufträge für Kunstgeschichte in Bonn und Düsseldorf.