„Rassische“ Segregation. Ideologie und Pragmatismus in der Volkstumspolitik des Nationalsozialismus. Neue Forschungen

Tagung/Seminar/Workshop
19. September 2013 -
20. September 2013
Ort: Hannah-Arendt-Institut für Totalitarismusforschung an der TU Dresden
Veranstalter: Hannah-Arendt-Institut für Totalitarismusforschung an der TU Dresden

Arbeiten zur Volkstums- und Germanisierungspolitik des Nationalsozialismus in den besetzten Ländern Ostmittel- und Südosteuropas wurden seit dem Erscheinen der Studie von Robert L. Koehl 1957 zum Reichskommissar für die Festigung deutschen Volkstums nur sporadisch veröffentlicht und deckten nur Teilaspekte des Problemfeldes ab. Hingegen erschien in den vergangenen Jahren sukzessive eine ganze Reihe von Studien bzw. sind noch in Arbeit, die sich mit diesem wichtigen Teilbereich der nationalsozialistischen Besatzungspolitik, der den engsten Bezug zur Ideologie des Nationalsozialismus aufweist, beschäftigen.

Als thematischer Ansatzpunkt für den Workshop, der die jüngeren Arbeiten und Projekte zusammenführt, bietet sich eine Fragestellung an, die in den aktuellen Forschungen immer wieder eine Rolle spielt: die nach dem Verhältnis von Ideologie und Pragmatismus bei der konkreten Ausgestaltung der Volkstumspolitik des Nationalsozialismus. Im Speziellen geht es um die Vorgaben, Entscheidungen und Machtkonstellationen höherer Instanzen und den Handlungsspielraum der vor Ort tätigen und mit Volkstumsangelegenheiten befassten Amtsträger sowie um die Interessen und die Handlungsoptionen der von der Volkstumspolitik Betroffenen. Neben der Makroebene soll also auch, soweit möglich, die Mikroebene mit einbezogen werden.

Programm

Donnerstag, 19.9.2013

13.30 Uhr

Prof. Dr. Günther Heydemann:

Grußwort

Jan Erik Schulte/Johannes Frackowiak:

Einführung

14.00 Uhr

Jan Erik Schulte (Dresden):

Die rassistische Rhetorik Heinrich Himmlers: Kontinuitäten und Brüche

14.50 Uhr

Isabel Heinemann (Münster):

Neue Überlegungen zum Zusammenhang von „rassenpolitischer Homogenisierung“, Umsiedlungspolitik und Judenmord.

15.40

Kaffeepause

16.00 Uhr

Alexa Stiller (Bern):

Die Ränder der „Volksgemeinschaft“. Selektionspraktiken des Apparates des Reichskommissars für die Festigung deutschen Volkstums in den annektierten Gebieten 1939-1945

16.50 Uhr

Gerhard Wolf (Brighton):

Preußens lange Schatten: Die Deutsche Volksliste im annektierten Polen

17.40 Uhr

Johannes Frackowiak (Dresden/Altenburg):

Von der Ideologie zum Pragmatismus? Deutsch-jüdische „Mischlinge“ im Verfahren der Deutschen Volksliste

18.30 Uhr

Tagungsschluss 1. Tag

Freitag, 20.9.2013

9.00 Uhr

Ryszard Kaczmarek (Katowice):

„Volk“ oder „Rasse“. Dilemmata der NS-Volkstumspolitik in der Provinz Oberschlesien (auf Grund der Archivalien der Zentralstelle der DVL Kattowitz)

9.50 Uhr

Andreas Strippel (Hamburg):

Rasse – Volk – Arbeit. Selektionskriterien und -praxis der Einwanderzentralstelle (EWZ)

10.40 Uhr

Kaffeepause

11.00 Uhr

Maria Fiebrandt (Dresden):

„Völkische Selbstbehauptung“. Rassenhygienische Konzepte und ihre Umsetzung in den deutschen Siedlungsgebieten Ost- und Südosteuropas im Vorfeld der Umsiedlungen

11.50 Uhr

Alexander Korb (Leicester/Jena):

Ethnopolitisches Engineering in Südosteuropa 1941-1945. Vergleichende Perspektiven mit Blick auf einen benachbarten Raum

12.40 Uhr

Abschlussdiskussion

13.30 Uhr

Tagungsende

Kontakt:

Dr. Johannes Frackowiak / Dr. Jan Erik Schulte

Hannah-Arendt-Institut für Totalitarismusforschung e.V. an der TU Dresden, Helmholtzstraße 6, 01069 Dresden

frackowi@<wbr></wbr>msx.tu-dresden.de; jan.schulte@<wbr></wbr>mailbox.tu-dresden.de