Ökumenische Andacht mit Landesbischof Bedford-Strohm und Kardinal Wetter in der Versöhnungskirche
Am Montag, 19. Mai, besucht der Ökumenische Patriarch von Konstantinopel (Istanbul) die KZ-Gedenkstätte Dachau. Bartholomäus I. ist das Ehrenoberhaupt der mehr als 300 Millionen orthodoxen Christen in aller Welt. Der Patriarch trifft auf seiner Deutschlandreise Bundespräsident Gauck, Bundeskanzlerin Merkel sowie die obersten Repräsentanten der katholischen, der evangelischen und der orthodoxen Kirche in Deutschland. Mit etwa 1,5 Millionen Mitgliedern ist die Orthodoxie die drittgrößte Konfession. Die meisten orthodoxen Christen in Deutschland stammen aus Griechenland, Russland, der Ukraine, Serbien, Rumänien und Bulgarien. Auch in Dachau gibt es eine griechisch-orthodoxe Gemeinde.
Vor der Rückreise nach Istanbul verbringt Bartholomäus I. seinen letzten Tag in der KZ-Gedenkstätte Dachau. Der einzige öffentliche Teil seines Besuches ist das ökumenische Gedenken an die KZ-Opfer in der Evangelischen Versöhnungskirche um 11 Uhr. In der Andacht predigt der evangelische Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm. Außerdem wirken mit: Friedrich Kardinal Wetter (1982-2007 katholischer Erzbischof von München und Freising), Schwester Irmengard Schuster (Priorin des Karmel Heilig Blut Dachau), Pfarrer Björn Mensing (Landeskirchlicher Beauftragter für evangelische Gedenkstättenarbeit), Ludwig Schmidinger (Bischöflicher Beauftragter für KZ-Gedenkstättenarbeit), Erzpriester Apostolos Malamoussis (griechisch-orthodoxe Kirche) und Gabriele Hammermann (Leiterin der KZ-Gedenkstätte Dachau). Unter den Gästen sind Max Mannheimer (Dachau-Überlebender, Präsident der Lagergemeinschaft Dachau) und Vertreter des Landesverbandes der Israelitischen Kultusgemeinden in Bayern und der Türkisch-Islamischen Gemeinde in Dachau sowie Karl Freller (Direktor der Stiftung Bayerische Gedenkstätten) und Metropolit Augustinos (Vorsitzender der Orthodoxen Bischofskonferenz in Deutschland).
Im Mittelpunkt des Gedenkens steht die namentliche Erinnerung an einzelne Opfer des Konzentrationslagers Dachau, die für alle Häftlinge stehen, für die Kommunisten und die anderen politisch Verfolgten, für die Juden, für die Sinti und Roma, für Muslime und Christen. Einer von ihnen war Michail Georgiadis, 1905 in Konstantinopel geboren, 1943 aus Athen nach Dachau verschleppt und am 31. Dezember 1944 dort ermordet.