Paradoxien der Gedenkstättenpädagogik

Vortrag/Vorlesung
14. November 2016
18:15 - 00:00 Uhr
Ort: Goethe-Universität Frankfurt am Main, Campus Westend, Norbert-Wollheim-Platz 1, Casino-Gebäude, Raum 1.801
Veranstalter: Fritz Bauer Institut

Die in den 1980er Jahren entstandene Gedenkstättenpädagogik hat sich als pädagogisches Arbeitsfeld mit Anspruch auf Eigenständigkeit etabliert und institutionalisiert. Gedenkstätten gelten vor allem wegen ihrer »Authentizität« als geeignete Lernorte für die Auseinandersetzung mit Verbrechen der Vergangenheit. Dies suggeriert eine unmittelbare Begegnung und verschweigt die aufwendigen Aushandlungen von Geschichte vor Ort, die erst zum Verstehen beitragen. Was in den Führungen, Seminaren und Studientagen geschieht, worüber wie gesprochen wird und welche Widersprüche sich in den pädagogischen Interaktionen zeigen, entzog sich bislang einer erziehungswissenschaftlichen Reflexion und Analyse. Die 2015unter dem Titel Am »authentischen« Ort. Paradoxien der Gedenkstättenpädagogik im Berliner Metropol Verlagerschienene Arbeit von Verena Haug erlaubt nun einen Blick in die Black Box der gedenkstättenpädagogischen Praxis zu NS-Verbrechen.

Dr. Verena Haug ist Projektkoordinatorin »Antisemitismus und Protestantismus« der Evangelischen Akademien in Deutschland. Sie ist Erziehungswissenschaftlerin und arbeitet wissenschaftlich, konzeptionell, pädagogisch und publizistisch an, in und über Gedenkstätten. Ihre Dissertation ist an der Goethe-Universität im Rahmen des DFG-Projektes »Der Umgang mit den Paradoxien politisch-moralischer Erziehung« entstanden.