Die Arbeitsgemeinschaft Lager Sachsenhausen 1945–1950 e.V. und die Gedenkstätte Sachsenhausen erinnern am Sonntag, 14. September 2014, um 11 Uhr mit einer Gedenkveranstaltung an die Einrichtung des sowjetischen Speziallagers in Sachsenhausen vor 69 Jahren. Zunächst werden Dr. des. Enrico Heitzer, wissenschaftlicher Mitarbeiter der Gedenkstätte, und der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft, Joachim Krüger, die Anwesenden auf dem Friedhof am ehemaligen Kommandantenhof begrüßen, wo mehr als 7.000 Opfer des Speziallagers in Massengräbern ruhen. Anschließend werden Roland Jahn, Bundesbeauftragter für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR, und Detlev Putzar, ehemaliger Häftling des sowjetischen Speziallagers, zu den Anwesenden sprechen. Im Anschluss an eine Andacht mit Pastor Günter Born von der Ev.-Freikirchlichen Gemeinde in Oranienburg findet eine Kranzniederlegung statt.
Bereits am Samstag, 13. September 2014, um 14 Uhr wird der Historiker Dr. Jan Foitzik einen öffentlichen Vortrag zum Thema „Sowjetische Geheimdienst- und Repressionsapparate und deren Praxis in der SBZ / frühen DDR“ halten.
Mitte August 1945 wurde das sowjetische Speziallager Nr. 7 von Weesow (bei Werneuchen) in den Kernbereich des ehemaligen KZ Sachsenhausen verlegt. Mehr als 5.000 von der Haft geschwächte Häftlinge kamen nach einem Fußmarsch von rund 40 Kilometern am Abend des 16. August dort an. Insgesamt inhaftierte der sowjetische Geheimdienst NKWD bis zur Auflösung des Lagers im Frühjahr 1950 rund 60.000 Menschen im Speziallager Sachsenhausen, von denen 12.000 an Hunger und Krankheiten starben. Der Jahrestag der Ankunft der ersten Inhaftierten in Sachsenhausen wird von den ehemaligen Häftlingen und ihren Angehörigen seit Anfang der 1990er Jahre als Gedenktag für die Opfer des Speziallagers begangen.
Samstag, 13. September 2014, 14 Uhr
Sowjetische Geheimdienst- und Repressionsapparate und deren Praxis in der SBZ / frühen DDR
Vortrag und Diskussion mit Dr. Jan Foitzik (Historiker)
Moderation: Dr. des. Enrico Heitzer, wissenschaftlicher Mitarbeiter der Gedenkstätte Sachsenhausen
Ort: Veranstaltungsraum
Sonntag, 14. September 2014, 11 Uhr
Gedenkveranstaltung zum 69. Jahrestag der Einrichtung des sowjetischen Speziallagers in Sachsenhausen
Begrüßung: Dr. des. Enrico Heitzer, wissenschaftlicher Mitarbeiter der Gedenkstätte
Joachim Krüger, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Lager Sachsenhausen 1945-1950 e.V.
Ansprachen: Roland Jahn, Bundesbeauftragter für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR
Detlev Putzar, ehemaliger Häftling des sowjetischen Speziallagers
Andacht mit Pastor Günter Born, Ev.-Freikirchliche Gemeinde Oranienburg
Kranzniederlegung
Ort: Friedhof am ehemaligen Kommandantenhof
anschließend: Kranzniederlegung am Gedenkstein am ehemaligen Durchgang zur Zone 2
Noch bis zum 31. Oktober ist in der Gedenkstätte Sachsenhausen die Sonderausstellung „Kindheit hinter Stacheldraht“ über Mütter und ihre in sowjetischen Speziallagern geborenen Kinder zu sehen.